Toggle menu

Metal Hammer

Search

Baest COLOSSAL

Death Metal, Century Media/Sony (13 Songs / VÖ: 15.8.)

5.5/ 7
teilen
mailen
teilen
von

In nur zehn Jahren haben sich die Dänen Baest (vormals Bæst) einen Namen in der internationalen Death Metal-Szene gemacht. Ihr Viertwerk krönt und erweitert diese Entwicklung – und macht seinem Namen alle Ehre: Das von Beginn an konstant besetzte Quintett durchzieht sein grabestief intoniertes Schaffen verstärkt mit traditionellen Heavy Metal-Melodien und erbaut damit ein durchschlagendes Riff-Gebilde, das beide Genres meisterhaft vereint. Einen ersten Eindruck davon vermittelt das von ansprechenden Gitarrenmelodien und memorabler Refrain-Zeile geprägte ‘Stormbringer’. Der tödliche Titel-Track stampft hingegen wuchtig und wütet zwischendrin alles kurz und klein – hier zeigen Baest deutlich, dass sie ihr angestammtes Genre trotz offenkundiger Neuausrichtung keineswegs verraten haben.

Die unwiderstehlichsten Riffs der Platte bieten der feierbare Refrain des erst sperrigen ‘In Loathe And Love’ und ‘Misfortunate Son (feat. ORM)’, während im wendungsreich riffenden und mit Cowbell aufwartenden ‘King Of The Sun’ Landsmann Jesper Binzer von den Tourneepartnern D-A-D auffälligen Klar­gesang (später auch im Schlagabtausch mit Simon Olsen) liefert – eine überraschende Wendung, die dem Lied sowie auch dem Gesamtwerk zusätzliche Auflockerung verleiht. Bitterböse Nummern wie ‘Imp Of The Perverse’ oder ‘Mouth Of The River’ fräsen sich mit brutalen Hit-Qualitäten und den titelgebenden Schlagworten direkt ins Hirn; das gitarrendominierte Instrumental ‘Light The Beacons’ unterstreicht indes Baests Anspruch, sich noch weiter in traditionelle Gefilde vorzuwagen.

Auch wenn sich der Vergleich nicht direkt aufdrängt, fühlt man sich beim Hören doch immer wieder an Amon Amarth erinnert, die den Spagat zwischen überlegenen, von traditionellen Spielarten inspirierten Riff-Melodien und gutturalem Gesang perfektioniert haben. In derart durchschlagenden Regionen mögen die Dänen noch nicht angekommen sein, Ansätze in dieser Richtung schimmern aber immer wieder deutlich durch und konnten offensichtlich auch die Jury unseres Soundchecks überzeugen. Mit seiner überraschend vielfältigen Ausstattung kommt COLOSSAL nicht nur als verdammt starkes Album daher, auf dem es jede Menge zu entdecken gibt, sondern zeigt auch einen gelungenen Grenzgang zwischen Death- und Heavy Metal, der großes Potenzial sowie Weiterentwicklung par excellence offenbart und der Truppe ganz neue Möglichkeiten eröffnen dürfte. Kolossale Leistung!

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***

teilen
mailen
teilen
The Butcher Sisters: Gegengewicht

Das komplette Interview mit The Butcher Sisters findet ihr in der METAL HAMMER-Februarausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo! "Neue dumme Musik" METAL HAMMER: David, du hast in einem anderen Interview von der „neuen dummen Musik“ geredet. Siehst du darin ein allgemeines Phänomen, das aktuell im Musikbereich beziehungsweise im Metal zu beobachten ist? David Schneider: Ich finde schon, dass Unterhaltungsmusik, die nicht mehr das Ziel verfolgt, wirklich ernsthaft zu sein, heutzutage mehr denn je ihren Platz hat. Aber wir haben uns eine sehr eigene Nische geschaffen. Das,…
Weiterlesen
Zur Startseite