In mehr als zehn Jahren seit dem Debütalbum haben sich Beyond The Black als feste Szenegröße etabliert, von Casting-Produkt-Vorwürfen emanzipiert und auf anhaltenden Erfolgskurs begeben. BREAK THE SILENCE führt den Weg des Band-betitelten Vorgängeralbums (2022) fort und betont ihre Stärken in der Schnittmenge aus symphonischem Gothic- und stiloffenem Modern Metal. Hervorstechend auf diesem sechsten Album sind die multikulturellen Einflüsse: französischsprachig (‘(La Vie Est Un) Cinéma’), mit einem beschwörenden bulgarischen Chor (The Mystery Of The Bulgarian Voices in ‘Let There Be Rain’), mit Gastsängerin Asami von den japanischen Power-Metallerinnen Lovebites (‘Can You Hear Me’) und traditionell-afrikanischen Elementen (‘Rising High’) hat BREAK THE SILENCE etwas von einer kleinen Weltreise. Jennifer Haben hält das Geflecht mit klarem, kraftvollem, punktgenauem Gesang zusammen, ob es wie in ‘Like A Hologram’ (für Genre-Verhältnisse) brachial zur Sache geht oder wie in ‘Weltschmerz’ (erstmals auf Deutsch) hauchzart. Die Klischeefalle mit growlenden „Beauty and the Beast“-Momenten umschiffen Beyond The Black bravourös und legen ihr bislang buntestes, reifstes und reichhaltigstes Album vor.
Im trüben und im Gros ziemlich egalen Jahresend-Soundcheck sticht BREAK THE SILENCE besonders positiv hervor: Das Werk punktet mit toller Musikalität, einer gesunden Portion Härte, durchdachtem Songwriting und vielen kreativen Ideen. Der Formation abzusprechen, dass sie es ernst und ehrlich meint, ist Quatsch. Beyond The Black haben nicht nur die Stille durchbrochen, sondern auch ihre Stimme gefunden. Katrin Riedl (5 Punkte)
Beyond The Black wissen genau, was sie machen und wie sie es machen müssen. Das hat den Vorteil, dass man als Genrefan auf diesem Album keinen nennenswerten kompositorischen Schwachpunkt entdecken wird und im gleichen Atemzug den Nachteil, dass das Ganze eher einer qualitativ hochwertigen Planwirtschaft als adrenalingeladenen Eruption gleicht. Und, klar: Über eine Jennifer Haben am Mikro würden sich viele Konkurrenten glücklich schätzen. Matthias Weckmann (5 Punkte)
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