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Bohren & Der Club Of Gore PATCHOULI BLUE

Ambient Jazz, PIAS/RTD (11 Songs / VÖ: 24.1.)

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Musiker*innen, die im Klassik- und Jazz-Bereich unterwegs sind, bestätigen es gerne: Das Schwerste ist, NICHT zu spielen, und damit Pausen, Zäsuren und Zwischenräume funktionieren, muss drum herum alles perfekt sein. Zum Glück kennt sich die Doom-Jazz-Institution Bohren & Der Club Of Gore mit diesem Zen-haften Nichtspielen aus. Sechs Jahre nach dem letzten Studio­album PIANO NIGHTS hebt das Trio aus dem Ruhrgebiet (Schlagzeuger Thorsten Benning ist zwischenzeitlich ausgeschieden) mit dem ­Opener ‘Total falsch’ umso präziser wieder an. Körperlich die Lust, mit der sie auf PATCHOULI BLUE neue, seeehr langsame Formen aus Orgel, Bass, Saxofon, Klavier, Fender Rhodes, Vibrafon, Moog und Jazz-Besen rauskitzeln; bei ‘Verwirrung am Strand’ will man ungläubig lachen, so quirlig klingt das.

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Neben klassische Film Noir-Vignetten aus imaginierten Filmen treten jetzt auch gewagte Feel-Bad-Hits wie ‘Vergessen und Vorbei’ mit seiner diskret pluckernden Elektronik: Hier gleitet das Saxofon über Moog-Flächen wie ein Überwachungshelikopter über eine dystopische Anime-Stadt. Bei ‘Tief gesunken’ (der Name ist Programm) gründeln Bohren dagegen in Drones aus dem Marianengraben. In ‘Zwei Herzen aus Gold’ wird mit zahnlosen Schnapstrinkern geschwoft, und auch ‘Sollen es doch alle wissen’ und ‘Deine Kusine’ sind solche Zeitlupentänze aus der Sehnsuchts­taverne. Dazu ein Räuchertöpfchen Patchouli Blue, bitte!

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