Das Einzige, was man der walisischstämmigen Britin vorwerfen kann, ist ihre mit jeden Album – und das nicht nur in den dazugehörigen Videos – einhergehende, fortschreitende visuelle (Über-)Sexualisierung. Ob es wirklich nötig ist, dass die Sängerin auf dem Artwork zu ihrem dritten Langspieler lederbehandschuht und mit Strapsen in einem Hauch von Tangabody posiert, wobei nicht mal – wie einst bei der Möchtegernzeitreisenden Cher – eine Schlachtschiffbesatzung johlender Matrosen in Sicht ist, sei dahingestellt. Rein musikalisch ist die abermals von Crazy Lixx-Sänger und -Gründer Danny Rexon komponierte und produzierte astreine Achtziger AOR-/Pop Rock-Hommage indes erneut jeder Kritik erhaben. Die stimmliche Darbietung der Wiederholungstäterin ist dabei so inbrünstig und authentisch in ihrer favorisierten Ära verwurzelt, dass sie nicht mal ein Ausnahmeorgan wie Robin Beck oder Jennifer Rush benötigt, um wieder auf ganzer Linie zu überzeugen. Rexons Songs tun ihr Übriges. Vom dezente Jim Steinman-Arrangement-Tendenzen offenbarenden Opener ‘Restless’ bis hin zum Aerobic-Workout-Finale ‘Bodyrock’ werden alle Register und natürlich abermals die bonusgewinnbringende Saxofoneinsatzkarte gezogen. Dass der Über-Hit ‘Street Survivor’ wie eine Ehrerbietung an das von Desmond Child verantwortete 1991er-SAINTS AND SINNERS-Album von Namensvetter Kane Roberts (und das darauf befindliche Kompositionskleinod ‘Fighter’ im Besonderen) daherkommt, macht das Ganze umso schöner.
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