Das lang erwartete ‘Diablo IV’ (2023) hatte keinen leichten Start. Nicht nur sorgte der Online-Zwang für Kritik, für den bereits ‘Diablo 3’ (2012) reichlich Schelte bekam; auch die erst Monate nach Release eingeführte Season-Mechanik ließ die Spielerzahlen rapide sinken. Inzwischen hat sich der Titel wieder gefangen, und mit ‘Diablo IV: Vessel Of Hatred’ (2024) wurde zudem bereits eine erste Erweiterung vorgelegt, die durch ihre dünne Erzählung enttäuschte, jedoch motivierende neue Mechaniken mitbrachte. Nun folgt mit ‘Diablo IV: Lord Of Hatred’ der zweite große Inhaltsnachschub, der das Große Übel Mephisto ins Zentrum der Handlung rückt, die – wie von Blizzard Entertainment gewohnt – in beeindruckende Zwischensequenzen eingebettet ist. Mit dem Hexenmeister und dem für Vorbesteller bereits seit Längerem spielbaren Paladin kommen außerdem zwei neue Klassen hinzu, die nicht nur, ganz in der Tradition der Reihe, außergewöhnlich stark sind, sondern es auch erlauben, ohne größere Schwierigkeiten die Haupt-Kampagne durchzupflügen, bevor es an ‘Diablo IV: Lord Of Hatred’ geht.
Spieltechnisch ändert sich darüber hinaus einiges: Diverse Skill-Bäume wurden detailliert überarbeitet, außerdem kehrt mit dem Horadrim-Würfel eines der ikonischsten Serien-Features zurück, mit dem sich die Boni legendärer Items neu generieren lassen. Ob ‘Diablo IV’ damit allerdings endgültig den Sprung schafft, alteingesessene Spieler langfristig zu binden oder doch wieder in endlos repetitive Season-Abläufe mündet, bleibt abzuwarten. Das Potenzial dafür ist jedenfalls vorhanden. Blizzard Entertainment gelingt mit ‘Diablo IV: Lord Of Hatred’ aber vor allem eines: eine Erweiterung, die gleichermaßen für Story- wie kompetitive Spieler Inhalte bereithält.
