Eine schrille Gitarre, dissonante Riffs, schwere Drums. Dann ein verzweifelter Schrei. So beginnt das dritte Album der litauischen Band Erdve, EPIGRAMA. Schwer und verzerrt zieht sich dröhnender Bass durch die Musik, und der meist heisere, monotone Gesang aus Vaidotas Darulis’ Kehle bringt wenig Abwechslung. Nur manchmal wird das raue Geschrei zu einem dunklen Grollen, das den Ton der Lieder ein wenig verändert. Zwischen der kalten Post Hardcore-Monotonie fällt besonders ‘Trukme˙’ mit einigen elektronischen, modernen Elementen auf. Direkt im Anschluss fegt ‘Svertas’ mit brachialen Deathcore-Einlagen die Elektronik wieder vom Tisch. Üble Breakdowns mit unmenschlichem, zähnefletschendem Knurren lassen den Hörer das Gesicht verziehen. Zwischendurch finden sich immer mal wieder Andeutungen atmosphärischer Melodien, die jedoch schnell in der dröhnenden Dissonanz untergehen. Ähnlich wie das ambitionierte Ziel der Band, zu experimentieren und Lieder zu erschaffen, bei denen „alle Aspekte des Songs zusammenwirken, um eine tiefgreifende Wirkung zu erzielen.“ Wer mit kaltem und dennoch stellenweise mitreißendem Post Hardcore etwas anfangen kann, sollte diesem Album dennoch eine Chance geben.
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