Wunderschön. Und unglaublich langatmig. Damit hat man diese mehr als einstündige Hörerfahrung perfekt beschrieben. Denn in diesem Wald des Vergessens gleicht ein Baum dem anderen. Es ist schlicht unglaublich, dass die Macher (unter anderem Martijn Westerholt von Delain) nicht irgendwann darüber nachdachten, wie sedativ FOREST OF FORGETTING auf den Zuhörer wirken würde. Man könnte sich über diese Ignoranz fast schon aufregen (und darüber, dass Eye Of Melian ihre zweifelsfrei vorhandenen kompositorischen Fähigkeiten derart eindimensional interpretieren), aber emotionale Ausbrüche sind in diesem folkloristisch geprägten Yoga-Forst definitiv nicht erwünscht. Stattdessen lassen wir uns unentwegt von der wahrhaftig bezaubernden Stimme Johanna Kurkelas (Auri) betören und entfliehen der Realität in Zwischenwelten, in denen über Vergänglichkeit, Erinnerung und inneres Erwachen meditiert wird und die stark von Tolkien-Motiven, Naturmystik und spiritueller Fantasie inspiriert sind. Krachen tut hier gar nix. Das Ganze hat eher etwas von Enya: epische Orchestrierung, sphärische Engels-Chöre, mehr Rückzugsort als Pit, Flöte und Drehleier inklusive. Das wirkt absolut beruhigend und überwiegend einschläfernd – also vorzugsweise mit Kissen verschenken.
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