Zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit From Ashes To New ihr passend betiteltes Debüt DAY ONE an den Start gebracht haben. Ein Jahrzehnt später merkt man den Herren aus Pennsylvania an, was sie alles erlebt haben und mit wem. Das Vierergespann war schon mit Five Finger Death Punch, Ice Nine Kills sowie den Nu Metal-Vorreitern P.O.D. und Papa Roach unterwegs auf Tour – speziell Letztere scheinen Eindruck hinterlassen zu haben: Bereits der Album-Opener ihres fünften Werks REFLECTIONS, ‘Drag Me’, klingt ähnlich wie die aktuellen, durchproduzierten Nummern der ‘Last Resort’-Gang; eben wegen der Ähnlichkeit im Schreiklang von Lead-Sänger Danny Case und Jacoby Shaddix. Die jugendlich wirkenden Rap-Parts von Bandchef Matt Brandyberry erinnern dagegen mal an das Alternative Rock-Duo Twenty One Pilots (‘Villain’, ‘Forever’), mal an den ihm so oft nachgesagten Mike Shinoda (‘Black Hearts’, ‘Upside Down’). REFLECTIONS sonnt sich allerdings auch im Licht moderner Metalcore- und Emo-Strömungen, sodass es From Ashes To New durchaus schaffen, Genre-technisch undefinierbar zu bleiben. Dennoch bleibt ihr Rezept simpel: der typische Mix aus zart und hart, melodiebetonte Refrains, zeitgeistige Electro-Spielereien und aufbäumende Breakdowns ziehen sich durch alle zwölf Songs. Wem bereits die letzten Alben geschmeckt haben, der wird sicher auch dieses Mal satt. Allerdings fehlt dieser reichhaltigen Band, die scheinbar alles, was sie selbst mag, in einen Pott wirft, noch immer die besondere Geheimzutat, die sie von ihren Vorbildern unterscheidet und aus der Masse hervorhebt.
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