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Graphic Nature WHO ARE YOU WHEN NO ONE IS WATCHING?

Nu Metal, Rude/Membran (13 Songs / VÖ: 12.7.)

5/ 7
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Die Gerüchte um das Nu Metal-Revival verfestigen sich immer mehr. Graphic Nature sind dabei. Mit starken Einflüssen aus dem Metalcore bringen die Briten frischen Wind in das eigentlich fast ausgestorbene Sub-Genre. WHO ARE YOU WHEN NO ONE IS WATCHING? ist ein klanglicher Ausflug in eine Nervenheilanstalt, wie Horrorfilme im Retro-Setting sie zeichnen würden. Über das gesamte Album verteilen sich elektronische Samples, Stör­-
geräusche und Turntable-Scratches, die Entspannung unmöglich machen und in zünftig hohler Slipknot-Reminiszenz die Nackenbrecher-Breakdowns verstärken. ‘Something I’m Not’ klingt beunruhigend, ‘Low’ überzeugt mit Abrissbirnen-Riffing, und in ‘Locked In’ erinnern die aggressiv ausgestoßenen Gesangslinien an Rap-Technik.

Das eindringliche Schlussstück ‘For You’ zeigt schließlich am stärksten das Thema des Albums, das so gut zur bereits beschriebenen Atmosphäre passt: psychische Gesundheit. Illustriert in Zeilen wie „it took a lot from me to leave the fucking house again, so what I’m saying is: I’m fucking struggling“ verarbeitet Sänger Harvey Freeman (der im Song auch zu weinen scheint) einen Übergriff. Wie er sich auf dem Zweitwerk die Seele aus dem Leib schreit, klingt roh und ehrlich und zeigt, wieso Graphic Nature derzeit im UK als Aufsteiger gehandelt werden.

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