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Leprous MELODIES OF ATONEMENT

Progressive Metal, Insideout/Sony (10 Songs / VÖ: 30.8.)

6/ 7
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Leprous sind allmählich der Inbegriff grenzen­loser Kreativität. Das letzte Album, APHELION, wurde von METAL HAMMER-Autor Vincent Grundke sogar mit der Höchst­punktzahl belohnt und gewann darüber hinaus den Soundcheck der damaligen Ausgabe (September 2021). Vergangenes Jahr hat Sänger und Keyboarder Einar Solberg sein Solodebüt 16 nachgeliefert und damit bewiesen, dass er auch außerhalb des Metal diverse Genres beherrscht. MELODIES OF ATONEMENT ist nun das nächste Glanzstück, was in vieler Hinsicht zutrifft: Die Norweger spielen ihre komplexen Rhythmen maschinell-genau – auch dann, wenn sich etwa die Gitarre in einem völlig anderen Metrum bewegt als der Rest der Band und dadurch eine schöne Polyrhythmik erzeugt (‘Starlight’).

Im Gegensatz zu vielen anderen Prog-Bands, deren Perfek­tion in eine gewisse Reserviertheit über­ge­gangen ist, betten Leprous zugleich eine Unmenge Gefühl in ihre Musik ein. Dafür sorgt vor allem der Gesang, der wie üblich immer wieder ins makellose Falsett wechselt. Mal auf ganz ruhige Art, die einen davonschweben lässt, schließt man nur seine Augen (‘My Specter’), mal als Teil eines mächtigen Chors (‘Limbo’), oder schlichtweg als Höhepunkt des epischen Refrains in ‘Atonement’, bevor das gigantische Riff – vor allem in dieser Kombination – Gänsehaut auslöst. Die Auswahl von Genre-Kollegen, die dem noch das Wasser reichen können, ist stark begrenzt.

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