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Long Distance Calling THE PHANTOM VOID

Post Metal, Ear/Edel (7 Songs / VÖ: 10.4.)

5/ 7
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Waaas, zwanzig Jahre gibt’s die Instrumentalfexe aus Münster jetzt schon? Wir sind zusammen alt geworden, wie schön! Wobei – alt klingt hier gar nichts. Die Ausflüge ins Vokalland sind vergessen, längst hat man sich wieder auf die Kernkompetenz besonnen: die Leute ins Kopfkino schicken. Nach vier Jahren Pause (der längsten der Band-Geschichte) fühlt sich dieses neunte Album an wie eine Frischzellenkur. THE PHANTOM VOID hat Ballast abgeworfen, es funkelt vor Virtuosität und Extremen, behelligt einen nicht mit mühsam zusammengestoppelten Ideen vom Reißbrett. So klingt „beginner’s mind“, der frische Hunger, in aller staunenden Bescheidenheit. Die Tracks schlagen wiesel­flinke Haken, wechseln von einem Aggregatszustand in den nächsten: Post Rock, Metal, Prog, Electro-Geblubber, Zitate, komische Spielereien kurz unter Lichtgeschwindigkeit. Die Wissenschaftsredaktionen von Funk und Fernsehen sollten sich schon mal ‘A Secret Place’ auf Halde legen, für die nächste Doku über Gasnebel und unendliche Weiten – hier channeln Long Distance Calling ihre inneren Pink Floyd, bevor sie sich wieder ihrer Hard- und Postcore-Credentials erinnern. ‘Shattered’ kombiniert die bizarre Atmosphäre des Soundtracks von ‘A Clockwork Orange’ mit den elendigen Drums von ‘In The Air Tonight’ und mündet in ein Kopf-an-Kopf-Rennen von David Jordans und Florian Füntmanns Gitarren. Ein überraschendes Album – und akustisches Storytelling par excellence.


Kopfhörer auf und treiben lassen. Genau dazu laden Long Distance Calling mit ihrem ausschweifenden, gesanglosen Progressive Rock ein. THE PHANTOM VOID nimmt einen mit auf eine lange Reise durch Melodie und Rhythmus. Nur selten unterbricht eine Erzählung mit verzerrter Stimme den Fluss der Musik und erweckt den Anschein, als würde das Quartett mit seinen Instrumenten eine lebhafte Geschichte erzählen. Spannend! Helen Lindenmann (5,5 Punkte)

Post Metal komplett ohne Gesang kann schnell eintönig werden – es sei denn, man heißt Long Distance Calling und hat diesen Stil schon seit vielen Jahren perfektioniert. Ihr neues Album THE PHANTOM VOID klingt zwar etwas kantiger, sperriger und ruppiger als seine Vorgänger, entwirft aber dennoch atmosphärische Klanggemälde, bei denen man mühelos in Trance geraten kann! Matthias Mineur (5,5 Punkte)

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