Australien ist ein Kontinent, in dem jede Tierart ihre tödlichsten Vertreter am Start hat. Giftigste Schlange, giftigste Spinne, giftigste alles. Hölle, wahrscheinlich gibt es dort sogar eine tödlich giftige Spitzmaus. Aber welche Rückschlüsse lässt das auf die dortige Metal-Szene zu? Zumindest im Fall von Mammon’s Throne aus dem coolen Melbourne kann man sagen: Ein wenig giftig klingen sie schon aus. Eigentlich haben sie sich einer sludgy Spielweise des Doom verschrieben, klingen dabei aber ziemlich unheilvoll und sinister, als würden wir uns im Proberaum einer satanischen Proto-Metal-Band in den Tiefen der Achtziger befinden. Alles dröhnt, alles schleppt sich von einem Widerhaken-Riff zum nächsten und wird immer wieder mal von getragenen Geisterhaus-Passagen mit dem kehligen Klagegesang einer verlorenen Seele begleitet. Das hat eine Menge Charme und verbreitet fast schon so viel Videospiel-Aura oder Dungeon-Synth-Flair wie das geniale Cover. Auf Albumstrecke reicht es aber nicht, um damit ins Ziel zu kommen. Auf Dauer ist der Dröhn-Doom dann doch zu simpel gestrickt und zu nah an Electric Wizard. Sicher darf diese Musik simpel sein, muss es bis zu einem gewissen Grad wahrscheinlich auch, aber was bei den kürzeren Songs noch gut funktioniert, wird bei den überlangen Exzessen ein wenig redundant. Dennoch: Die Mischung aus blubberndem Doom und unheilvoller Heavy Metal-Dungeon-Ästhetik ist schmackhaft und sollte unbedingt im Auge behalten werden. Eddie Munson und dem „Hellfire Club“ dürfte diese Platte aber diebische Freude machen.
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