Wer bisher angesichts des sukzessiven Qualitätsverfalls von CGI in Kinofilmen verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hat, wird bei ‘Masters Of The Universe’ mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von mittelschweren Kotzkrämpfen geplagt. Alle Kulissen – diese sind immerhin originalgetreu in Szene gesetzt worden – lassen erhebliche Zweifel daran aufkommen, ob Amazons Umsetzung von He-Man überhaupt als Realverfilmung funktionieren kann. Sicher, ein bisschen trashy darf und soll diese sein, doch bereits der erste Aufschlag (1987) mit Dolph Lundgren in der Hauptrolle, der auch hier einen Gastauftritt erhält, scheiterte daran krachend. Glücklicherweise begeht Travis Knight (Regisseur) nicht den Fehler, ‘Masters Of The Universe’ als bloßes Abbild der He-Man-Mythologie umzusetzen, sondern verleiht seiner Interpretation eine erfrischende, zuweilen jedoch stark überdosierte Portion Selbstironie.
Erzdämon Skeletor (Jared Leto) bringt den Planeten Eternia unter seine Kontrolle. Von seinen Eltern mitsamt dem Schwert der Macht – jener Waffe, die He-Man seine Kräfte verleiht – auf die Erde ins Exil geschickt, muss Kronprinz Adam (Nicholas Galitzine) als Erwachsener den Weg zurückfinden und seine Heimat von den bösen Mächten befreien. Allein trägt diese dürftige Handlung kaum die mehr als zweistündige Spielzeit. Dass ‘Masters Of The Universe’ dennoch nicht vollends kollabiert, liegt am Mut, auch über sich selbst lachen zu können. Allerdings schießt der Film dabei regelmäßig über das Ziel hinaus: Boshafte Großmachtfantasien und heroische Revolutionsreden geraten dadurch gleichermaßen zur Posse, das schwache Drehbuch wird mit flachen One-Linern überspielt. Die Post-Credit-Szenen stellen unterdessen eine Fortsetzung mit mehr vom Gleichen in Aussicht. Über manche Schlampigkeits- und Faulheitsfehler tröstet immerhin das abschließende ‘Eternia’ hinweg, für das Brian May (Queen) ein Gitarrensolo einspielte. Das ist letztlich das einzig wirklich Heldenhafte an ‘Masters Of The Universe’.
