Jüngere Fans werden vermutlich nicht mehr nachvollziehen können, warum allein der Schriftzug der legendären Metal Church bei alten Säcken ein wohliges Kribbeln unter der Kopfhaut auslöst. Die Begründung ist ganz einfach: Alben aus der mittleren Band-Phase wie BLESSING IN DISGUISE (1989) oder HANGING IN THE BALANCE (1993) gehören immer noch zu den Perlen der schwermetallischen Kunst. Sänger auf diesen Alben war Mike Howe, und jener ist nun für XI wieder da.
Deshalb stellt sich die Frage, ob das alte Schlachtschiff auch zu früherer Stärke zurückkehren kann. Um es vorwegzunehmen: leider nicht ganz. Die ersten drei Songs (das rasante ‘Reset’, das vertracktere ‘Killing Your Time’ und der Ohrwurm ‘No Tomorrow’) nähren diese Hoffnung, und gleiches gilt für den zackigen Rausschmeißer ‘Suffer Fools’. Dazwischen verlieren sich Metal Church, wie in der Vergangenheit häufiger, zu sehr im Midtempo. Songs wie ‘Sky Falls In’ oder ‘It Waits’ leben ausschließlich von ihrer Atmosphäre und der (immer noch) großartigen Stimme von Howe.
Um nicht falsch verstanden zu werden: Ein mittelmäßiger Song dieser Band ist immer noch besser als die „Sternstunde“ manch anderer Kollegen. Aber der von vielen erhoffte große Wurf ist leider ausgeblieben.
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