Mit ‘Nioh 3’ legt Team Ninja den dritten Teil einer Reihe vor, die sich im Feld der Soulslikes fest etabliert hat. Viel Neues bietet der Ableger jedoch nicht, obwohl er durchaus Ambitionen erkennen lässt, Genre-Primus ‘Elden Ring’ (2022) vom Thron zu stoßen. Erstaunlich wenig Eigenes findet sich in ‘Nioh 3’, doch genügt das Gebotene, um zahlreichen anderen Vertretern des Genres souverän den Rang abzulaufen. Team Ninja beweist erneut ein Gespür für Gameplay-Tiefe: Das Kampfsystem ist deutlich komplexer als bei vielen Konkurrenten, Talentbäume verzweigen sich bis ins Detail, und Ausrüstung lässt sich bis ins mathematische Maximum optimieren. Wer tief in die Spielmechaniken eintauchen möchte, findet ein forderndes, lohnendes System – ohne dazu gezwungen zu sein, denn zum Durchspielen von ‘Nioh 3’ ist diese maximale Ausreizung nicht notwendig. Inhaltlich hingegen dominiert das Prinzip Wiederkehr.
Boss-Gegner früherer Serienteile kehren nahezu unverändert zurück. Sie fordern noch immer, doch die erneute Begegnung mit ikonischen Biestern legt auch eine gewisse kreative Vorsicht offen. Die markanteste Neuerung ist der beständige Wechsel zwischen den Kampfstilen „Ninja“ und „Samurai“, der für mehr Dynamik sorgt, jedoch weder zwingend noch konsequent eingebettet ist. Am Ende fühlt sich ‘Nioh 3’ an, als habe man es bereits gespielt – nicht nur wegen recycelter Inhalte, sondern vor allem wegen des vertrauten Gameplays. Wer sich bislang noch an keinem der Vorgänger versucht hat, dürfte mit dem aktuellen Teil gut bedient sein.
