Was Napalm Death-Bassist Shane Embury mit BRIDGE TO RESOLUTION veröffentlicht, könnte unterschiedlicher zum gewohnt fetzigen Grindcore Napalm Deaths nicht sein. Vermutlich war genau das die Idee dahinter. Embury war während der COVID-19-Pandemie dazu gezwungen, sich mit sich selbst und seinen Rollen als Bassist, Vater und Ehemann auseinanderzusetzen. Sein persönliches Wachstum verarbeitet der Brite in industriell angehauchten Post Punk-Liedern. Der Album-Opener ‘Spasm Prayer’ beginnt mit abgespaceten Synthesizern, die jedoch schnell in einen flotten Rhythmus mit atmosphärischem Gesang übergehen. Bei dem darauffolgenden ‘The Dreaming Abyss’ wird die Stimme des Musikers kräftiger, ruft einem aber schnell in Erinnerung, dass (und warum) Embury normalerweise nicht am Mikrofon steht. In den restlichen Liedern bleibt der Gesang atmosphärisch. Zwischen all dem wabernden Post Punk überrascht besonders ‘Thorns In Despair’ mit Nine Inch Nails-artigen Industrial-Elementen, die dem Song eine gewisse Härte verleihen. Abgesehen von diesem fast metallischen Ausreißer wirkt die Musik eher gleichförmig. Einzig die experimentell klingenden Synthesizer (unter anderem in ‘Taurus’, ‘The Gift Of Shame Wrapped In Guilt’) bringen Abwechslung in die Gotenmonotonie. Als therapeutisches Musikprojekt mag BRIDGE TO RESOLUTION für Shane Embury wichtig gewesen sein. Musikalisch springt der Funken allerdings nicht über.
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