Auf dem Papier liest sich ‘Sleep Awake’ wie ein Spiel, das gezielt auf die Sehnsüchte von Metalheads zugeschnitten ist. Für den Soundtrack zeigt sich Finck (Nine Inch Nails) verantwortlich – ein Garant für atmosphärische Wucht, wie bereits ‘Wolfenstein: Youngblood’ (2019) zeigte. Und tatsächlich gehört die Musik zu den größten Stärken dieses Horror-Survival-Abenteuers: düster, industriell und konsequent nervenaufreibend. Doch ‘Sleep Awake’ überzeugt nicht nur akustisch, auch dramaturgisch setzt Entwickler Eyes Out die richtigen Akzente. Im Zentrum steht Protagonistin Katja, die sich in einer dystopischen Welt behaupten muss, in der Menschen spurlos verschwinden, sobald sie einschlafen. Letzter Zufluchtsort ist die verfallene Stadt The Crush, zerfressen von kollektiver Schlaflosigkeit und dem Wahnsinn ausgeliefert.
Mit seiner Mischung aus Stealth- und Erkundungs-Passagen inszeniert sich ‘Sleep Awake’ wie ein interaktiver Horrorfilm, der seine Geschichte angenehm straff erzählt. Genau hier offenbaren sich jedoch auch Schwächen: Viele Schleich-Passagen wirken unausgegoren. Sichtfelder der Gegner verhalten sich oft unvorhersehbar, was zu übermäßigem Trial-and-error-Verhalten führt. Der Frust bremst die ansonsten flüssige Dramaturgie – ein unnötig uneleganter, aber verschmerzbarer Fauxpas. Abseits dessen gelingt Eyes Out jedoch vor allem eines: eine ebenso düstere wie stringent erzählte Geschichte, die zwar durch technische Unsauberkeiten an Spannung einbüßt, dabei aber stets von einem brillanten Soundtrack getragen wird.
