Industrial Rock war um die Jahrtausendwende herum ein fettes, kommerziell außerordentlich erfolgreiches Ding. Das blieb natürlich nicht ewig so: Seitdem ist diese Sparte im Vergleich zu anderen Genres stark zurückgefallen. Umso erfrischender ist es, wenn man derartige Töne und Ansätze im Kompositionsbereich in der Gegenwart zu hören bekommt. Soulbound wählen zum vierten Mal in ihrer Karriere den industriellen Ansatz des Schreibens, bedienen sich auch an der Neuen Deutschen Härte und Elementen aus dem Modern Metal (Letzteres speziell im Chorus). Der Mix wirkt stimmig, beinhaltet einige wirkliche mitreißende Riffs und stämmige Rhythmen. Im Grundgerüst gelingt es dem Bielefelder Quintett überwiegend, den Hörer und dessen Nacken sowie Knie in die Songs zu saugen. Auch der Sound passt zum Stil und geizt nicht mit kraftstrotzenden Posen. Was weniger gefällt, sind die Höhepunkte. Diese wirken im Vergleich zum Aufbau vergleichsweise soft, etwas zu gefällig und fallen energetisch ab. Das Britney Spears-Cover ‘If U Seek Amy’ hätte man auch nicht gebraucht. Wer sich als Fan dieser Musikrichtung bezeichnet und auf der Suche nach neuem Futter für die futuristische Interpretation des Metal ist, sollte allerdings dennoch in SYN reinhören. Hier wird manches Industrial Rock-Verlangen gestillt.
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