Der studioschaffende Kern der US-Band besteht aus Sängerin Larissa Cavacece, Gitarrist/Komponist und – für die Albumaufnahmen – Schlagzeuger Jamie Byrum sowie Bassist Clifton Martin. Live lassen sich Stainless indes von einem weiteren Gitarristen, einer Bassistin sowie einem Bühnen-Drummer unter die Arme greifen. Warum dem so ist, verheimlicht das Infoschreiben leider, ist angesichts unseres Albumuntersuchungsgegenstands allerdings auch relativ unbedeutend. Wichtiger ist nämlich die Frage, ob das Debüt der Portlander Classic Metal-/Hard Rock-Freunde etwas taugt. Und das tut es, trotz ein paar klangtechnischer Höhenlastspitzen im Rahmen seines Old School-Produktionsansatzes durchaus. Schon der Aufmacher ‘Restless An’ Ready’ erinnert an die noch metallischeren Achtzigeranfänge von Mötley Crüe oder – noch stärker – (und vor allem auch stimmlich) an W.A.S.P. Wobei im weiteren Albumverlauf Riff-seitig die Judas Priest-Prägung (abgesehen von der überraschenden US-Ära-Whitesnake-Wendung des beruhigteren ‘Take A Listen Mama’) nicht zu unterschlagen ist. Zur klassischen Metal-Klampfe mit Power-Etüden-Tapping passt Cavacece, die sich ihre Sängerinnensporen einst in einer The Plasmatics-Cover-
band verdient hat, mit ihrem Punk-rauen Organ als Kontrastpunkt jedenfalls hervorragend. Sollte es mit Stainless’ eigener Karriere – wider Erwarten – nichts werden und sich Blackie Lawless (der nicht nachlassenden Playback-Vorwürfe überdrüssig) irgendwann mal als Frontmann selbst feuern, wissen wir hiermit schon heute, wen er anrufen könnte.
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