Tailgunner gehören zu den New-comern im klassischen Heavy Metal-Bereich, denen Fans und Kritiker in Zukunft einiges zutrauen – oder auch Legenden. Der ehemalige Judas Priest-Gitarrist K.K. Downing hatte die Briten als Vorband seiner Band KK’s Priest zu Gast und entschloss sich, das zweite Album MIDNIGHT BLITZ zu produzieren. „Sie verkörpern alles, wofür Heavy Metal steht“, so Downing. Zur Verkörperung des traditionellen Segments passen auch die Alarmsirenen zu Beginn des Albums. Tailgunner haben definitiv, wie von K.K. Downing implementiert, beim Komponieren die Klassiker der Kategorie (logisch) Judas Priest oder Iron Maiden im Kopf. Wenn Tailgunner die Riffs sprechen lassen und die ebenso angenehm-aggressive wie einnehmend-erzählerische Stimme von Frontmann Craig Cairns einsetzt, trifft einen MIDNIGHT BLITZ mit voller Vehemenz. Die Melodiebögen sind top, die Wucht greifbar, die Höhepunkte im Fokus. Was nervt, sind die Arrangements. Diese fallen für meinen Geschmack viel zu modern und schnuckelig aus, das hätten Tailgunner und ihre Kompositionen gar nicht nötig. Bei der Neuinterpretation des Genres zu anderen Mitteln zu greifen, ergibt absolut Sinn, aber hier fischte das Quintett schlicht im falschen Regal. Dass wir trotzdem noch bei einer guten Scheibe landen, hängt mit den Kompositionen zusammen. Die sind nämlich tatsächlich richtig gut. Und mitreißend.
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