Seattle. Sludge Metal. Das muss man sich erst einmal trauen. In einer Stadt, die musikalisch vor allem mit Grunge und Alternative Rock assoziiert wird, setzen Witch Ripper bewusst auf schwere Geschütze. Allerdings steckt das Quartett seinen stilistischen Rahmen deutlich weiter ab, als es die Genre-Bezeichnung zunächst vermuten lässt. Auf ihrem dritten Album THROUGH THE HOURGLASS verbinden die Amerikaner Sludge-Wucht mit einer ganzen Reihe zusätzlicher Einflüsse. Besonders die progressiven Elemente stechen hervor und erinnern stellenweise an die vielschichtigen Arrangements von Mastodon. Gleichzeitig blitzen immer wieder melodische Passagen auf, die dem ansonsten massiven Sound überraschend viel Raum geben. Die Songs bewegen sich zwischen drückenden Riffs, eingängigen Hooklines und atmosphärischen Momenten, die dem Album eine gewisse dramaturgische Tiefe verleihen. Inhaltlich knüpft die Platte an die Science-Fiction-Geschichte des Vorgängers THE FLIGHT AFTER THE FALL (2023) an und führt diese Reise durch Raum und Zeit weiter. Interessanterweise fallen die Genre-typischen Teile der Lieder im Vergleich qualitativ eher ab. Witch Ripper liefern damit ein Album, das innerhalb des Sludge-Sektors angenehm eigenständig wirkt – auch wenn die Mischung aus Härte, Prog und Sci-Fi-Konzept nicht in jeder Minute restlos zündet.
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