Stark, Worm liefern ein Album-Cover und Pressefotos wie aus den schrecklich schönen Neunzigern. Corpsepaint, Kerzen, Umhänge, Schädel, Blut und viel nackte Haut – gibt’s ja alles heute fast nicht mehr. Hach. Damit hört die Band mit Wurzeln in Floridas Sümpfen aber nicht auf: Auch musikalisch tun sie alles, um die letzten 30 Jahre ungeschehen zu machen. Gespielt wird Nekromantik Black Doom, so zumindest die Eigendefinition, und wer sich darunter etwas vorstellen möchte, legt den wahnsinnigen Okkultismus von Morbid Angel mit der vampiresken Attitüde von Cradle Of Filth und dem Urschreigefauche der frühen Emperor zusammen. Eine ganze Menge Hall und viel Casio-Keyboardflair zitieren auch mal die frühen Dimmu Borgir, aber das alles eben mit dieser No-Nonsense-Attitüde, die viele dieser jüngsten Welle von pechschwarzen Heavy Metal-Kultisten an den Tag legen. Das liegt vielleicht auch an der kratzigen Produktion von Arthur Rizk (Blood Incantation, King Diamond), die selbst mit viel Fantasie nicht nach dem 21. Jahrhundert klingt. Macht Bock, stimmt nostalgisch, das muss man auch erst mal schaffen. Ein Fest für Retrojünger und all jene, die wissen, wie nah sich okkulter Heavy Metal und Black Metal im Idealfall sein können. Purer Kvlt, eben.
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