Gesang ist echt ein heikles Thema. Solange die Vocals passen, müssen Gitarre und Co. nicht immer perfekt klingen. Umgekehrt funktioniert das Ganze aber leider eher weniger, wie Wreck-Defy auf ihrem sechsten Album DISSECTING THE LEECH eindrucksvoll beweisen. Eigentlich legen die Kanadier mit ihrem Intro-Track ‘Under The Sun’ gut los: schnelle Riffs und aggressive Drums – was könnte man sich als Thrash-Genießer mehr wünschen? Sobald Sänger Greg Wagner jedoch zum ersten Mal das Mikro ergreift, vergeht einem schnell das Lachen. Wreck-Defys Frontmann schwankt wahlweise zwischen Kettenrauchersprechgesang und ohrenbetäuben-dem Kreischen, was einem kaum die Chance gibt, Matt Hanchucks wirklich beeindruckende Performance an der Gitarre zu genießen. Zum Glück scheint Wagner nach der Aufnahme des Intros seine Stimme erst mal ordentlich aufgewärmt zu haben und klingt auf dem Rest des Albums zumindest einigermaßen passabel. Mit seinen Band-Kollegen mithalten kann er deswegen trotzdem nicht. Als Instrumentalalbum hätte sich DISSECTING THE LEECH definitiv besser angehört.
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