Als eine Art Ableger von Rotting Christ und Varathron rief der (dort nicht mehr aktive) Mitbegründer beider Gruppen, Dimitris Patsouris alias Jim Mutilator, 2019 Yoth Iria ins Leben. Auf seinem Drittwerk legt das Quintett eine interessante Mischung aus Black- und Folk Metal vor, die sich am ehesten als „Dark Metal“ bezeichnen lässt: Stücke wie ‘Dare To Rebel’ oder ‘Give ’Em My Beautiful Hell’ vermitteln den Eindruck, Eluveitie würden als Gäste mitmischen; in ‘Woven Spells Of A Demon’ wechselt der russische Vokalist He von harschem Krächzen zu gelungenem Klargesang, und im schwelgenden, später aufrührerischen ‘The Blind Eye Of Antichrist’ erklingt zudem eine weibliche Stimme. ‘I, Totem’ entwickelt sich vom beschwörenden Mantra zur zackigen Riff-Offensive. Der Grundton der Platte bleibt düster und mysteriös, vom ursprünglichen Black Metal sind aber gotisch angehauchte Nummern wie ‘3am’ so weit weg wie vieles, was Rotting Christ heute produzieren. Das stört nicht unbedingt – vielmehr bleiben Yoth Iria damit dem Hang der griechischen Szene zur Verkünstelung treu und zollen ihren kulturellen Wurzeln Tribut. Ihr Sound wirkt grundsätzlich angenehm, in sich ruhend bis meditativ-betörend (man höre etwa das von Chören untermalte ‘Once In A Blue Moon’), strahlt demnach aber denkbar wenig Gefahr aus. Was Black Metal-Fans als eigentliche Zielgruppe davon halten, bleibt abzuwarten.
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