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Saw IV: Verdrehte Geschichte, zerhackte Körper

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Wer ein psychopathischer Killer ist, der seine Opfer gerne zerteilt sieht, braucht im Zweifel auch diverse, den individuellen Bedürfnissen angepasste Sägen. Dabei sind die reiszahnbewehrten Werkzeuge im vierten Teil des modernen Horror-Klassikers Saw gar nicht mehr so wichtig.

Viel explizit brutaler als Saw III geht es ohnehin kaum mehr. Das merkten auch die Macher, und verlegten sich auf eine trickigere Geschichte, anstatt allein durch möglichst brutale Nahaufnahmen sich selber Verstümmelnder zu setzen.

Jigsaw ist tot – daran erinnert der Film gleich in den ersten Minuten, die eine detaillierte Obduktion des toten Irren zeigen. Inklusive Kopf öffnen, Hirn wiegen, Innereien rausholen. Dass der durchtriebene Fiesling seien „Spiele“ posthum per Kassettenaufnahme, die aparter Weise in seinem Darm gefunden wird, für gerade erst eröffnet erklärt, macht Police-Officer Hoffman (Costas Mandylor) natürlich zu schaffen.

Vor allem, da zwei Police-Officer in Gefahr sein sollen. Doch welche? Und wie gehört Jigsaw ex. Frau Jill (Betsy Russel) ins Spiel, die beim Durchstöbern der Vergangenheit immer wieder auftaucht?

Natürlich geht das muntere Meucheln, Hacken, Sägen und pervers dabei-zusehen sogleich wieder los – und die Suche nach dem weiteren Komplizen, den Jigsaw neben Amanda (SAW III) gehabt haben musste.

Zeitgleich gerät Swat-Leader Rigg (Lyriq Bent) in eines von Jigsaws tödlichen Spielen. Denn dieser will Rigg von der Obsession heilen, jeden retten zu wollen. Auf seine ganz eigene sadistische Art natürlich.

Wie schon mit Saw III begonnen, wechseln sich die verschiedenen Zeitebenen wild und ohne Ankündigung ab, so dass Jigsaw als liebender, wenn auch seltsamer Ehemann in Erscheinung tritt und den Weg zum Monster betritt, die Vergangenheit von Rigg beleuchtet wird, und die Vernetzung der in allen drei vorhergehenden Teilen auftauchenden Personen immer weiter verwoben werden.

Wer nicht aufpasst, verliert dabei recht schnell den Überblick, warum jetzt wer mit wem eine gemeinsame Vergangenheit teilt und wie das mit dem aktuellen Schlachten zusammen hängt. Doch genau diese Verwirrung möchte Jigsaw schließlich stiften.

Freunde der Ultrabrutalen werden allerdings weniger auf ihre Kosten kommen, als noch bei Saw III. Natürlich sind die bedrohlich massiven Maschinen mit ihren perfekt ineinander greifenden Zahnrädern aus zentnerschwerem Stahl wieder im Rennen, doch die Grauensbeschau tritt hinter der Geschichte ein wenig zurück.

Doch das tut der Saw-Serie ganz gut. Denn – so viel sei verraten – das Ende kündigt weitere Saw-Filme an. Und würden diese allein auf das Prinzip visueller Gewalt vertrauen, würden ihr Filme wie Hostel schnell den Rang ablaufen.

Trotzdem bleiben zwei Warnungen zum Schluss: Für schwache Nerven ist auch Saw IV – natürlich – nichts. Und wer die ersten drei Filme nicht kennt, wird die verworrene Geschichte nicht ansatzweise verstehen.

Über Sinn oder Unsinn eines vierten, fünften und vielleicht sogar sechsten Teils kann man final natürlich streiten, doch unterm Strich bleibt auch Saw IV seiner Konkurrenz immer noch eine Messerspitze voraus.

Tobias Gerber

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