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Steve von Till: Harte Schale, weicher Kern

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MH: Ist es Absicht, dass das Cover von NO WILDERNESS DEEP ENOUGH an den Lars von Trier-Film ‘Melancholia’ (2011) erinnert? Sieht ein bisschen aus, als rase ein Planet auf die Erde zu… Sehr apokalyptisch.

SvT: Den Film habe ich nicht gesehen! Das Foto habe ich mit meinem iPhone aufgenommen – minus den Mond natürlich – als ich dem Helgafjell in Island stand, mit Blick auf die Bucht, wo der Sage nach die ersten Island-Siedler ankamen und einen Tempel für Thor bauten. Ich war auf Tour, meine Frau kam dazu, und zusammen mit ein paar Leuten sind wir in Campingbussen in dieser irren Landschaft rumgefahren. Wir standen in dieser Bucht, und ich sah – und sehe immer noch – eine Art Tier, eine verdrehte Schlange oder so, die sich aus diesem Bild windet.

„Wenn die Luft so eine Farbe hat, läuft etwas schief.“

Wie in den alten Knotenschnitzereien mit ihren seltsamen Proportionen. Das Ganze habe ich mit einem kitschigen Vintage-Filter aufgenommen. Als ich ein Coverbild suchte, war ich erst auf dem Holzschnitztrip – so was wie das Buch-Cover… Aber nach einer Weile war klar, es muss diese Bucht sein. Mit dem Photoshop-Mond erinnert es mich an die alten Tangerine Dream-Cover. Nicht ganz so sci-fi, aber definitiv psychedelisch. Die Farben sind schon sehr apokalyptisch, jetzt, wo du es sagst: Wenn die Luft so eine Farbe hat, läuft etwas schief. (lacht) Jetzt, wo du es erwähnst, fällt mir das auch auf. Und der Mond ist ZU nah.

Und dann… musste Steve von Till zur Arbeit. Mit diesem Einblick in ländliche Psychedelik aus dem Tribes of Neurot-Hauptquartier im nördlichen Idaho schalten wir zurück in den schrägen Sommer 2020, in dem NO WILDERNESS DEEP ENOUGH gerade erschienen ist.


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