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Exklusives Metallica-Album nur in METAL HAMMER 08/2021

Taste Of Chaos – die Aufsteiger-Bands

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Doch während der Herbst 2007-Tour gab es ein Novum: Der METAL HAMMER vergab für vier Bands einen Zusatz-Platz auf dem Billing und ermöglichte es in Zusammenarbeit mit dem Konzertveranstalter so vier kleineren Bands, sich dem großen Publikum zu präsentieren.

Die vier Gewinner waren:
+ CODE RED
+ SAVOY
+ NINETEEN REASONS
+ THE BLEEDING QUEENS

Und um genau diese vier Bands soll es jetzt gehen.

Obwohl es für alle Beteiligten der größte Gig der bisherigen Karriere war, war für Aufregung nicht wirklich Platz. Das Zenith in München fasst zwar mehrere tausend Menschen, doch alle vier Bands brachten genügend Routine mit, um den zitternden Händen direkt vorzubeugen. Gut so, man will vor Kollegen wie The Used, Rise Against oder Aiden ja nicht die Hose runterlassen. Außerdem fühlten sich alle Bands von den Organisatoren gut und professionell behandelt.

Meinungsverschiedenheiten gibt es aber über den tieferen Sinn der ganzen Übung. Klar ist, dass die Veranstalter nicht nur deswegen eine Extra-Bühne für unbekannte Bands einrichten, weil sie gute Menschen sind, sondern weil sie sich dadurch Zusatz-Promo für die Tour erhoffen. „Ein fairer Deal,“ findet Dominik Aigner von den Bleeding Queens. „Wir machen ziemlich viel Werbung und bekommen dafür die Möglichkeit, zu spielen.“ Michael Rudolf von Code Red pflichtet ihm bei: „Wir haben sogar Anzeigen in Tageszeitungen geschaltet und so definitiv viele Leute erreicht, die sonst nicht vom Taste Of Chaos gewusst hätten.“ Nur Matze von Savoy widerspricht vehement. Dafür sei das Taste Of Chaos zu groß, die zusätzlichen Support-Bands zu klein und im Falle Savoy der Weg von Giessen bis München auch einfach zu weit.

Trotzdem hat es sich für die Bands gelohnt. Da sind alle wieder vereint. Man kann zwar noch nicht in Zahlen fassen, was der Gig gebracht hat, aber als Referenz ist er wertvoll, zumal man auch eine Menge Eindrücke mitnehmen kann. Zum Beispiel, was mit einem Mirko-Kabel alles angestellt werden kann: „Wozu brauch man Funkmikros, wenn man sein Mikro mit Kabel meterhoch in die Halle schleudern kann?“ zeigt sich Matze von Savoy noch vom Aiden-Gig beeindruckt. Noch mächtiger fand Dominik von den Bleeding Queens seinen Bühnenaufbau während Rise Against. „Während ‘Give It All’ habe ich meinen Verstärker aufgebaut und beim Refrain, dank des stimmgewaltigen Publikums weiche Knie gekriegt. Ich habe meine eigene Stimme (trotz lautstarken Mitsingens) nicht mehr gehört.“

Bis es so weit war, mussten die Bands aber nicht nur durch die Vorauswahl der METAL HAMMER-Redaktion kommen, sondern sich auch in einem knochenharten Voting auf www.metal-hammer.de behaupten. Und das hatte es in sich: „Beschiss! Schiebung! Lächerlich!“ Die beteiligten Bands mussten einiges über sich ergehen lassen – und beziehen jetzt klar Stellung: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass beschissen wurde,“ gibt Dominik von den Bleeding Queens offen zu. „Man hat keinen Einfluss auf das, was die Leute machen. Ob sie für dich bescheißen, oder so tun, als würden sie für andere schummeln, um sich dann erwischen zu lassen – man kann es nicht kontrollieren.“

Nineteens Reasons machen gar nicht erst viele Worte zum Thema. Sven: „Es wird immer „Beschiss“ geschrieen, wenn irgendwo gevotet wird. Egal, wer gewinnt.“ In ein ähnliches Horn stößt auch Michael von Code Red: „Votings sind immer Anlässe zum Ärgern, denn es läuft nie wirklich sauber ab. Bei diesem war es aber so krass, dass wir beinahe aufgegeben hätten.“ Matze von Savoy pflichtet ihm bei: „Da war was los! Hatte fast das Niveau von Mittags-Shows im Fernsehen. Immerhin gab es aber eine Menge Werbung für uns und hatte damit auch was Gutes.“

Doch Werbung hin oder her: die Aktion hat das Taste Of Chaos zumindest in München deutlich näher an den Untergrund und seine Bands gebracht. Und vielleicht auch die eine oder andere Weiche für die Zukunft gestellt. Denn alle Bands haben auch kurzen Kontakt mit den großen Acts gefunden. Und da bei allen 2008 das nächste Album ansteht, wurden durch Taste Of Chaos ja vielleicht ein paar Tür geöffnet…

Tobias Gerber

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