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Meinung

Terror in Paris: Warum der Angriff auf das Bataclan uns alle betrifft

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Liebe Headbanger,

die Terroranschläge in Paris vom vergangenen Freitag haben auch uns hart getroffen. Als uns die ersten vagen Meldungen erreichten, dass es eine Geiselnahme gegeben hat, befand sich fast die gesamte METAL HAMMER-Redaktion auf dem METAL HAMMER PARADISE; eine Veranstaltung, die dem Konzert der Eagles Of Death Metal, bei dem islamistische Terroristen im Bataclan-Theater 89 Menschen ermordeten, verdammt ähnlich ist.

Die mit der immer weiter steigenden Opferzahl eintretende Gewissheit, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, machte es uns schwer, uns Freitagnacht weiter auf die Konzerte zu konzentrieren oder gar unbekümmert weiter zu feiern.

Dieser Angriff auf eine Musikveranstaltung, selbst wenn sie bis auf den Namen der Band nur eine eher oberflächliche Verbindung zu unserer eigenen Szene hat, betrifft uns genauso wie euch oder jeden anderen Musik-Fan. Wir lieben die Musik, genau wie ihr. Es ist nicht nur unser Beruf, sondern auch unsere Leidenschaft, teilweise mehrere Winterabende in Folge auf Konzerten zu verbringen oder im Sommer auf die großen Festivals zu pilgern. Jeder von uns kann sich allzu sehr in die Situation versetzen, die kurz vor dem Beginn des Angriffs geherrscht hat.

”Das hätten auch wir sein können.“

Im Bataclan sind am Freitag 89 junge Menschen, Brüder, Schwestern, Kinder, Eltern gestorben, die nicht mehr wollten als die Show einer Rock-Band zu besuchen. Bei diesem sinnlosen Anschlag wurden auch französische Journalisten-Kollegen erschossen – und mit dem Merch-Manager Nick Alexander ist auch ein Crew-Mitglied der Band unter den Opfern. Ermordet, nur weil sie taten, was sie geliebt haben.

Ein brutaler, hinterhältiger Angriff wie im Bataclan lässt die oft sehr abstrakt wirkenden Anschläge irgendwo in der Welt verdammt naherücken. „Das hätten auch wir sein können“, hat sich wohl jeder von uns mehr als einmal gedacht.

Wie andere schwere Katastrophen, beispielsweise das verheerende Great White-Brandunglück mit 100 Toten im Jahr 2003, oder das Feuer in Bukarest vor wenigen Wochen, bei dem mehr als 50 Menschen starben, lösen diese Taten blankes Entsetzen und große Fassungslosigkeit aus. Und sie beeinflussen unser Sicherheitsgefühl bei Konzerten.

Speziell beim Besuch von Shows in Clubs mit engen Ein- und Ausgängen hat man nach solch katastrophalen Ereignissen immer ein mulmiges Gefühl: Man sucht nach den Notausgängen, geht die Fluchtwege im Kopf immer wieder durch und überlegt, was man wohl tun könnte, wenn man selbst in solch eine ausweglose Situation geraten würde. Die Antwort dabei ist eher bedrückend: Wahrscheinlich nichts.

Ein Angriff auf den Rock’n’Roll

Der Angriff auf das Bataclan bedeutet allerdings mehr als nur eine der tragischen Katastrophen, die zwar durch menschliches Versagen ausgelöst wurden, letztlich aber doch furchtbare Unfälle oder unfassbare Fahrlässigkeit waren. Der Angriff auf das Bataclan war eine regelrechte Kriegserklärung an unsere offene, freie, lebensfrohe Konzertkultur, die wir mit Hingabe pflegen. Die hinterhältigen Attacken waren ein brutaler Schlag gegen die großen Gefühle, das Glück, die Energie und die Leidenschaft, die Rock-Musik auf der Bühne auszeichnen.

Aus diesem Grund stand auch beim METAL HAMMER PARADISE für keine Sekunde im Raum, die Veranstaltung vorzeitig zu beenden oder aus falsch verstandenem Respekt nicht länger von den Shows zu berichten.

Jeder von uns hatte am nächsten Morgen ein mulmiges Gefühl – doch keiner von uns war bereit, sich seine Freiheit und Leidenschaft durch Terroristen nehmen zu lassen und den mordenden Bastarden somit den Sieg zu schenken. Das sind wir den Toten von Paris und uns selbst schuldig.

Niemals hätten wir befürchtet, dass der Besuch eines Live-Konzerts, 2015, mitten in Europa, zum mutigen Zeichen der Solidarität werden könnte. Doch jetzt ist es so weit gekommen. Deshalb, auch wenn in der nächsten Zeit vielleicht häufiger Unbehagen mitschwingen wird, sobald eine Band in einem vollen Club auf der Bühne steht: Seid mutig. Seid frei. Lebt für eure Leidenschaft. Denn solange der Rock’n’Roll lebt, hat der Terror keine Chance.

Nous sommes Paris.

Euer Eike

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