Nachdem Beartooth die beiden Singles ‘Free’ und zuletzt ‘Pure Ecstasy’ veröffentlicht hatten, gab es reichlich Diskussionen im Netz. Diese bezogen sich jedoch nicht etwa auf die Musik, sondern auf das Auftreten von Sänger Caleb Shomo. Vor allem nach ‘Free’ hagelte es homophobe Kommentare.
Stolz
Nachdem sich Shomo eine Weile aus den Sozialen Medien zurückgezogen hatte, nutzt er diese jetzt, um „die Dinge richtigzustellen, bevor dies diejenigen, die ich liebe, noch weiter beeinträchtigt.“ Nachdem er seine wahren Gefühle stes versucht habe, in Alkohol zu ertränken, hebt er jetzt hervor: „Ich bin ein stolzer schwuler Mann.“
„Wenn es um meine Kunst – um Beartooth – geht, habe ich mich von Album zu Album stets darum bemüht, dem nachzuspüren, wer ich im tiefsten Inneren meiner Seele bin.“ Bislang war Caleb Shomos Musik geprägt von „einer starken Selbstverachtung, […] meinem Selbsthass, meinem Selbstekel und meiner Hoffnungslosigkeit“ Zwar sei er für jedes Album dankbar, empfindet jedoch „bisweilen eine gewisse Beschämung darüber, dass ich mir so lange nicht gestattet habe, wirklich bis zu den Wurzeln vorzudringen.“
Künftig will der Musiker „ausschließlich das tun, was mich auf tiefster Ebene glücklich macht und mich so ehrlich wie möglich als die Person zeigt, die ich bin. Ich bin fest davon überzeugt, dass man unmöglich jeden Teil seiner selbst lieben kann, solange man sich nicht jedem dieser Teile offen und direkt stellt. Ich versuche nun endlich, stolz auf die Person zu sein, die ich bin – und glaube, dass genau dies ein entscheidender Teil dieser Reise ist.“
Emotionale Dualität
Auch Fleur Shomo, mit welcher der Beartooth-Frontmann seit 14 Jahren verheiratet ist, hat zu dem Thema ein Statement veröffentlicht. Sie schreibt: „Die vergangenen Monate waren eine zutiefst verwirrende und schmerzhafte Zeit, die es zu bewältigen galt – für uns beide. Doch ich werde Caleb immer lieben, beschützen und unterstützen. Über all die Jahre hinweg lag mir sein Wohlergehen mehr am Herzen als alles andere auf der Welt.“ Zugleich habe auch sie sich hilflos und wütend gefühlt.
„Diesen Spagat zu bewältigen, war unglaublich schwer“, erklärt Fleur Shomo weiter. „Niemand wird jemals so viel über unsere Ehe wissen wie wir selbst. Und niemand kann je wirklich ermessen, welche Tiefen der Liebe zwischen zwei Menschen existieren – es sei denn, man ist selbst einer dieser beiden Menschen. Ich vermisse es jetzt schon – und meinen Mann – mehr als alles andere. Unsere Geschichte war eine schöne. Und nun ist sie zu Ende.“
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