Spotify, der Marktführer im Musik-Streaming, geht den nächsten strategischen (und moralisch fragwürdigen) Schritt: So hat die schwedische Firma offiziell ein Lizenzabkommen mit der Universal Music Group geschlossen. Dabei stellt die Plattenfirma Songs von teilnehmenden Künstlern und Bands zur Verfügung, mit denen „Superfans“ mithilfe Künstlicher Intelligenz Cover und Remixe erzeugen können.
Für die Fans
Wie das Branchenmagazin Billboard weiter berichtet, steht noch kein Zeitplan dafür fest, wann dieses Feature ausgerollt werden soll. Allerdings kostet es extra — Premiumnutzer müssen dafür zusätzlich Geld auf den Tisch legen. Immerhin müssen sich nicht sämtliche bei Universal unter Vertrag stehenden Musiker dafür verpflichten: Die Bands und Künstler können selbst entscheiden, ob sie ihre Tracks dafür hergeben.
Universal-CEO Lucian Grainge bezeichnet die Vereinbarung als eine „wegweisende, KI-unterstützte Superfan-Initiative, die dafür entwickelt wurde, menschliche Kunstfertigkeit zu unterstützen, Fan-Beziehungen zu vertiefen und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für Künstler und Song-Schreiber zu erschaffen“. Das hieße, dass zumindest ein Teil der daraus entstehenden Erlöse an die Künstler zurückfließt.
Entscheidung der Künstler
Erst im Oktober gab Spotify die Kollaboration mit ChatGPT bekannt. In diesem Zuge sollen Nutzer von ChatGPT mit der KI die Musik-App steuern können. Im zugehörigen Statement dazu hieß es: „Jetzt kann Spotify auch an deinen ChatGPT-Gesprächen teilnehmen. Mit Beginn ab heute können sowohl Kunden von Spotify Free als auch Premium Spotify in ihre ChatGPT-Konversationen bringen, um personalisierte Musik- und Podcast-Empfehlungen zu erhalten.“
Ein Muss für User ist die Integration beziehungsweise Kontoverknüpfung allerdings nicht, wie der Konzern potenzielle Kritiker beruhigt: „Spotify mit ChatGPT zu verknüpfen, ist optional. Und man hat stets die Kontrolle: Man kann jederzeit die Verbindung eingehen oder wieder trennen. Während des Erlebnisses bleibt das Werk von Künstlern und Creators immer geschützt. Wir werden weder Musik, noch Podcasts oder irgendwelche anderen Audio- oder Videoinhalte auf unserer Plattform mit ChatGPT für Trainingszwecke teilen.“
Werte sind wichtig
Bereits im Herbst stellte Spotify klar, dass Musiker, Künstler und Bands selbst die Kontrolle darüber haben, ob sie in Sachen KI bei Spotify mitmischen wollen. „Wir erkennen an, dass es eine große Reihe unterschiedlicher Ansichten zur Verwendung von generativen Musik-Tools innerhalb der Künstler-Community gibt. Deswegen werden Künstler und Rechteinhaber entscheiden, ob und wie sie teilnehmen, um sicherzustellen, dass die Verwendung von KI-Werkzeugen auf einer Linie mit den Werten der Menschen hinter der Musik liegt.“
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