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„Was Spotify Künstlern anbietet, ist ein Verbrechen.“

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Spotify hat einen zunehmend schlechten Ruf — nicht nur weil CEO Daniel Ek 600 Millionen Euro in das Münchner Rüstungs-KI-Start-Up Helsing investiert hat. Weiter echauffieren sich Musiker natürlich an den miesen Auszahlungen. In dieser Sache hat sich nun auch Stone Temple Pilots-Gitarrist Dean DeLeo zu Wort. Der 64-Jährige bezeichnet das wenige Geld, was der Streaming-Riese Künstlern überweist, als „Verbrechen“.

Diebstahl

„Was das Streaming angeht, finde ich, dass das, was Spotify Künstlern anbietet, ein Verbrechen ist“, regt sich Dean DeLeo auf, der im Rock Is George-Podcast ein Interview gab, um das Debütalbum seines One More Satellite-Projekts zu bewerben. „Es ist ein Verbrechen. Und ich kann das gut einschätzen, da ich bei Stone Temple Pilots bin. Unsere Zahlen sind sehr niedrig im Vergleich zu Billie Eilish oder Bad Bunny, welcher zehn Milliarden Streams in einem Jahr hat.

Aber Stone Temple Pilots haben ein paar hundert Millionen Streams. Und es ist verblüffend, wie viel Geld diese Kerle den Künstlern entziehen und was sie ihren Künstlern bezahlen. Sie zahlen uns nichts. ich sage es gerade heraus: Sie zahlen uns fast nichts. Dabei denkt man sich: Ein paar hundert Millionen Streams, das ist doch eine Menge. Deswegen ist der Spotify-Ceo auch sechs Milliarden US-Dollar wert.“

Des Weiteren sollte der Stone Temple Pilots-Rocker dazu Auskunft geben, ob er denkt, dass die Plattenfirmen ebenfalls eine Teilschuld an den dürftigen Tantiemen-Ausschüttungen an die Künstler tragen. „Ich weiß nicht, der Handel zwischen den Spotify und den Labels ist — beziehungsweise was Spotify den Labels zahlt“, gibt DeLeo zu. „Da kenne ich keine Zahlen, daher kann ich das nicht beantworten. Aber wenn die Plattenfirmen davon profitieren, würde ich annehmen, dass sie auch eine gewissen Schuld tragen.“

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Die Stone Temple Pilots erlangten im Zuge der Grunge-Welle Anfang der Neunziger Jahre Bekanntheit und feierten dabei einige Erfolge. Zu ihren beliebtesten Songs zählen ‘Plush’ (1992) und ‘Interstate Love Song’ (1994) — insgesamt verkauften sie von brillanten Studioalben wie CORE (1992), PURPLE (1994) und SHANGRI-LA DEE DA (2001) 70 Millionen Einheiten. Sänger Scott Weiland starb im Jahr 2015 an einer versehentlichen Überdosis.

 


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Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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Spotify steht erneut in der Kritik – Aufruf zum Boykott

Erst im Sommer hagelte es wieder heftige Kritik für Spotify und CEO Daniel Ek. Diesmal ging es jedoch nicht um die miese Bezahlung von Künstlern, sondern um fragwürdige Investitionen seitens Ek. Etwa 700 Millionen Dollar investierte der Spotify-Gründer in das Unternehmen Helsing, zu dessen Vorstand er inzwischen auch gehört. Helsing ist auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Rüstungssektor spezialisiert und baut unter anderem KI-gesteuerte Kriegsdrohnen. Nachdem dies bekannt wurde, entfernten viele Künstler wie King Gizzard & The Lizard Wizard ihre Musik von der Streaming-Plattform. „Don’t Stream Fascism!“ Nun hat die gemeinnützige Organisation Indivisible Project, einer der Organisatoren der „No…
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