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Rammstein – das Interview zum neuen Album: METAL HAMMER 06/19

The Ocean im Museum, in den USA und auf DVD

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Nachdem The Ocean 2010 HELIOCENTRIC und ANTHROPOCENTRIC veröffentlicht haben, sind sie 2011 wieder äußerst umtriebig: Eine lange Tour führte die Band unter anderem nach Nordamerika – zusammen mit Between The Buried And Me, Job For A Cowboy und Cephalic Carnage. Außerdem sind sie in einem Museum für Musikinstrumente aufgetreten. Und dann ist da noch die geplante DVD. Band-Kopf Robin Staps bringt uns auf den aktuellen Stand.

Wann kommt die DVD? Was wird drauf sein?

Die DVD wird nicht vor Anfang 2012 erscheinen. Ein Dokumentarfilmer hat uns während der letzten Tour auf der Bühne und hinter den Kulissen begleitet. Wir haben die HELIOCENTRIC-Record-Release-Show in La Chaux-de-Fonds im März 2010 gefilmt und die Museums-Show in Berlin. Außerdem werden Interviews mit allen bisherigen wichtigen Band-Mitgliedern zu sehen sein, Kommentare zu den Konzepten, die hinter den Alben und Songs stehen, Video-Clips und Live-Visuals, Kommentare über die Band von anderen Musikern etc. Das wird ein fettes Paket, ist aber sehr viel Arbeit und dauert deswegen noch.

Eigentlich wolltet ihr noch ein normales Konzert in Berlin aufnehmen. Das musstet ihr aber absagen, weil euer Sänger Loic nach der langen Tour Rückenprobleme hatte und von einem Spezialisten behandelt werden musste. Ist inzwischen eine Ersatzshow geplant?

Nein. Wir werden uns in Berlin ein wenig rar machen. Um ehrlich zu sein, ist es für uns anderswo interessanter. Wir haben in anderen europäischen und sogar amerikanischen Städten mittlerweile eine größere und begeistertere Fanbase als in Berlin. Die Tour hat uns das gezeigt. Daher haben wir uns irgendwann gefragt: Warum überhaupt noch eine Berlin-Show filmen für die DVD? Warum nicht stattdessen Montreal oder Bratislava? Wir haben außerdem noch den London-Gig der letzten Tour gefilmt, der war auch sehr gut. Davon werden höchstwahrscheinlich zumindest Ausschnitte auf der DVD landen.

Du hast es schon angedeutet: Eure Nordamerika-Tour ist ganz gut gelaufen…

Das war die beste Tour, die wir bisher gemacht haben. Wir wurden sehr gut behandelt, mussten nie früher als eine Stunde nach Einlass auf die Bühne, haben immer vor vollem Haus gespielt – in der Regel vor 600 bis 1300 Leuten – und sind extrem gut angekommen. Between The Buried And Me sind hierzulande noch kaum bekannt, gehen drüben aber extrem steil. Deren Fans sind sehr aufgeschlossen und haben Bock auf komplexe harte Musik – das hat einfach perfekt gepasst.

Aber keine große Tour ohne Probleme: Was war mit eurem Tour-Bus los?

Leider waren wir mal wieder vom Pech verfolgt: Wir hatten einen Nightliner von einer dubiosen Firma gemietet, die uns nach Strich und Faden abgezockt hat. Der Bus kam 32 Stunden zu spät, hatte keinen Anhänger, obwohl wir dafür bezahlt hatten und so weiter… Am Ende ist der Bus in Oregon mit einem Maschinenschaden liegengeblieben und die Firma hat uns sitzenlassen. Wir haben dann vier Autos gemietet, um wenigstens bis nach San Francisco zu kommen. Dort haben wir uns dann einen Van gekauft. Das hat finanziell alles ziemlich reingehauen. Aber andererseits haben wir noch nie so viel Merch verkauft wie auf dieser Tour.

Vor der US-Tour hattet ihr Ende Januar die Gelegenheit, in Berlin während der Langen Nacht der Museen im Musikinstrumenten-Museum aufzutreten.

Das war eine sehr schräge Sache, ein Ausnahmekonzert. Wir wussten nicht, ob unsere Leute kommen oder zufällige Zuschauer. Letztendlich war es eine Mischung aus beidem. Ich habe unsere Fans gesehen, aber dazwischen auch – relativ weit vorne sogar – eine Gruppe älterer Frauen, die tatsächlich das ganze Konzert über geblieben sind. Es hat auch irgendwie gut zu der ganzen Atmosphäre und dem Ambiente gepasst, dass viele sitzen geblieben sind. Ich fand es würdevoll und cool.

Euer Auftritt wirkte recht normal, sieht man davon ab, dass ihr zwei Musiker für die klassischen Instrumente dabei hattet. Auch im Museum habt ihr hauptsächlich brachiale Gitarrenwände hochgezogen.

Wir haben unsere gesamte Technik aufgefahren und in normaler Lautstärke gespielt, auch wenn wir ein bisschen aufs Museum Rücksicht nehmen mussten. Wir haben ein normales Set gespielt, bestehend aus ziemlich vielen PRECAMBRIAN-Songs, weil auf dem Album die klassischen Instrumente sehr stark im Vordergrund stehen. Anders als bei der Tour mit The Dillinger Escape Plan haben wir nur einen kurzen, harten Song gespielt, ’Hadean’. Die restlichen Stücke waren von HELIOCENTRIC.

Wie habt ihr euch auf dieses spezielle Konzert vorbereitet?

Wir konnten nur zwei Tage proben – die Jungs wohnen ja in der Schweiz. Aber wir kennen das Set eh. Nur ’Statherian’ von der PRECAMBRIAN hatten wir vorher nie gespielt. Den haben wir hauptsächlich geprobt. Und unser Pianist hat sich vorher schon mal das Cembalo im Museum angeschaut. Er hatte vorher noch nie mit einem gespielt. Bei den ruhigen Passagen konnten wir es dann auch verwenden.

Metal im Museum – das war nicht nur für euch eine Premiere…

Das gab es in diesem Museum noch nie. Die Leute vom Museum waren auch erst mal völlig überfordert. Sie wollten uns verpflichten, 95 Dezibel Maximallautstärke einzuhalten. Wir haben gesagt, das geht nicht: Wenn unser Drummer auf seine Snare haut, sind das schon 98 dB. Und dann muss man auch noch ein bisschen Gitarren hören. Am Ende haben wir uns auf 105 geeinigt. Die hatten halt die Befürchtung, dass die ganzen Stradivaris in ihren Vitrinen in Schwingung geraten und aus ihren Fassungen fallen. Klar, so ein Instrument ist nicht günstig, insofern kann ich das schon verstehen. Keiner wusste so richtig, was passiert. Das war auch der Reiz an der Sache. Am Ende war das eine ziemlich große Produktion: Wir haben morgens um neun Uhr mit dem Aufbau angefangen und waren erst um fünf oder um sechs damit fertig. Die Leute vom Museum wussten zwar nicht wirklich, worauf sie sich einlassen, aber sie waren sehr kooperativ und haben sich große Mühe gegeben. Ich finde es toll, dass so eine Institution offen ist für Sachen, die überhaupt nicht zu ihrem eigentlichen Repertoire gehören.

War das Museum der ungewöhnlichste Ort, an dem ihr bisher gespielt habt?

Wahrscheinlich. Aber unser allererstes Konzert überhaupt – 2002 im Eimer – war auch sehr abgefahren. Da haben wir auf einem Gitter stehend gespielt und das Publikum stand unter uns. Der Eimer war ein besetztes Haus in Berlin. Die Bühne dort war drei Meter hoch und bestand aus einem Metallgitter; da sind wir auch mit Cello und Posaune aufgetreten. Der Auftritt auf einem Schiff in Paris war auch noch sehr schräg. Da gab es schwimmende Leuchttürme, mit denen Untiefen in der Seine markiert wurden. Auf einem dieser ehemaligen Leuchtturmboote haben wir gespielt. Dort gibt es aber regelmäßig Konzerte. Das war also ein voll ausgestatteter Club, im Gegensatz zum Museum.

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