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Thomas Baumgärtel erklärt das Krieger-Debüt

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‘Krieger’
Bevor wir zur Steel-Gitarre griffen, haben wir erstmal das Bottleneck ausgepackt und geschaut, was man damit so alles hinbekommt. Wir probierten, alles auf ein Minimum zu reduzieren. Übrig geblieben ist der Song ‘Krieger’ mit eben diesem Bottleneck-Riff. Einfach Blues, ohne amerikanisch oder schwarz zu sein.

Der Song bedeutet uns sehr viel, denn er war einer unserer ersten. Außerdem war es der erste Song, bei dem wir einstimmig gesagt haben: „So soll Krieger klingen.“

Auch der Text war Stil-prägend für alle weiteren Texte. Deshalb haben wir auch am Ende die Band danach benannt.

Der Titel handelt von meinem Vater, dem es damals ziemlich mies ging. Er irrte quasi in anderen Welten, die mit der unseren wenig gemeinsam hatte. Ich habe diesen Text als eine Art Gebet für ihn geschrieben, und gesagt: „Du und ich – wir beide schaffen das. Wir zwei sind wie die Krieger, von denen du mir früher beim zu Bett gehen erzählt hast.“

‘Heimat’
Auch einer der ersten Songs. Schön geradeaus und ohne Kompromisse. Sehr punkig halt. Wie das eben so ist, wenn sich vier Leute neu zusammenfinden: dann wird erstmal geschaut, was rockt am besten. Auch bei diesem Song spielte das Bottleneck keine unwichtige Rolle.

Der Song handelt davon, durch die Welt ziehen zu müssen, um herauszufinden, was genau meine Heimat ist. Was ist mein Weg, wo werde ich glücklich sterben können und was muss ich sehen, um nichts zu vermissen.

Ich bin damals viel gereist, und habe viel gelernt. Ich habe für mich festgestellt, dass meine Heimat nicht unbedingt ein Fleckchen Erde ist, sondern vier bis fünf bestimmte Menschen, die ich um mich herum brauche.

‘Zurück nach Haus’
Der musikalische Grundgedanke war hier wohl, dadurch schrägen Blues zu spielen, dass im Riff ein Halbton weggenommen wird.Das macht den Song so schön schwer. Das Beste sind aber sicher die Falsett-Gesänge, die wir hier das erste Mal verwendeten.

Eigentlich ein sehr einfacher, persönlicher Text, der nur mit dem einem Bild des „Weggehens“ spielt. Ich bin damals weggegangen, habe aber gesagt: „Es wird alles gut. Wenn auch du daran glaubst, dann komm ich auch sicher zurück“

‘Mein Schloss’
Dieser Song entstand erst kurz bevor wir ins Studio gegangen sind. Der Strophen-Riff kam durchs Rumprobieren auf der Akustik-Gitarre. Wir haben den Riff dann stundenlang im Loop gespielt, bis ein Song draus wurde.

Textlich habe ich versucht, ein Bild von einem leeren Schloss zu kreieren, in welches ich hineinstolpere. Alles ist leer und kalt, bis ich feststellen muss, dass dieses Schloss in meiner Brust steckt. Dass ich es selber bin, der leer ist. Niemand ist da, nicht einmal ich selbst.

‘Wenn du mich küsst’
Ganz klar, hier wird der Boogie ins Heute gebracht. Um mehr ging es uns nicht. Einfach geradeaus mit voller Power nach vorn. „Fühl es, glaub es, spiel es, klau es, reib es, sing es.“. „Tu was immer du willst, aber Küss mich bevor es zu spät ist. Carpe Diem.“

Vor allem Live ein wichtiger Song für uns alle, weil er einfach rockt.

‘In Flammen’
Diesen Song gab es glaub ich schon als Idee, bevor wir zusammengefunden haben. Er ist also auch einer der allerersten Songs überhaupt. Ein bisschen Boogie, ein bisschen Punk. So haben wir uns das vorgestellt, als wir Rajko unsere Ideen vorgespielt haben, um ihn mit ins Boot zu holen.

Der Text ist einfach: „Ich will mit dir in Flammen stehen.“ Da gibt’s glaub ich nicht mehr viel dazu zu sagen.

‘Kein Schuss’
Der erste Song, den wir mit der Steel-Gitarre geschrieben haben. Andre hat einfach rumprobiert, was er aus dem Teil herausholen kann. Komplett ohne zu wissen, wie man diese Gitarre eigentlich bedient. Wir anderen haben dann dazu gespielt.

Den Text habe ich geschrieben, als ich mit schwerem Liebeskummer in einem Nachtclub in der Ecke meine Cola getrunken habe – wie auch immer das jetzt zusammen passen mag. Ein schwermütiger Song, aber wunderbar, um Live im lauten Part alles raus zu lassen.

‘Mein Degen’
6/8 Takt ist altmodisch? Wir wollten hier das Gegenteil zeigen. Ein großer Song, in dem ich immer ein Orchester höre. Und wie kann ich jemandem besser sagen, was er mir bedeutet, als mit „Du bist mein Segen, mein Kreuz und mein Degen“?

‘Einmal sterben und zurück’
Zu diesem Song hat uns dann wieder einmal die Steel-Gitarre gebracht. Eine Art Mantra-Song, der sich unaufhaltsam durchtrommelt.

Der Text handelt vom Weg, den ich gehen muss, wenn ich das Glück suche. Dass ich das Glück, sooft ich es auch am Horizont schimmern sehe, nie erreichen werde. Denn wenn ich einen Horizont erreiche, sehe ich schon wieder den nächsten. Ein Song über die Unendlichkeiten und die Wiederholungen im Leben.

Ich hatte einmal einen Albtraum, in dem ich in ein Loch gefallen bin. Mitten in die Erde hinein, und unheimlich schnell, so dass ich auf der anderen Seite der Erde wieder herausgeschossen bin. Durch die Erdanziehungskraft hat es mich dann wieder in das Loch hinein gesogen, und mich auf dieser Seite der Erde hinausgeschossen…und wieder und wieder und wieder und wieder…..

‘Das Meer und ich’
Ist ein Punk Song. Kurz und schmerzlos.

Der Text mag auf den ersten Blick wirr erscheinen, ist aber in Wirklichkeit für mich sehr persönlich. Die Message ist klar. Egal was ich tue, wenn ich am Ende des Tages am Meer stehe, erscheint mir alles klein und unwichtig. Egal was ich dir getan habe, oder ob sich unsere Wege trennen müssen: Wir werden uns Wiedersehen, und gemeinsam am Strand stehen.

‘Feldschlösschen’
[Ohne Worte]


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