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Exklusives Powerwolf-Album nur in METAL HAMMER 07/2021

Tourtagebuch: Drescher unterwegs mit Subway To Sally

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Mit ihrem aktuellen Album ERNTEZEIT im Gepäck haben Drescher Subway To Sally auf ihrer letzten Tour unterstützt. Lest hier das exklusive Tourtagebuch der Österreicher mit Backstage-Eindrücken, Fotos von hinter und auf der Bühne findet ihr oben in der Galerie.

Freitag, 20.3.2015 – Tag 1

Um 0600 läuten die Handys ganz nervös, ob denn auch alle schon munter sind. Um 0700 Treffpunkt Flughafen Wien-Schwechat Richtung Hamburg. Dort sollte der Nightliner von www.fairline.de auf uns warten und uns zur ersten Location ins Pumpwerk in Wilhelmshaven chauffieren. Ankunft in Hamburg, Carsten, unser Buschauffeur für  die nächsten neun Tage, hat eine Stunde Verspätung, also Frühstück am Flughafen. Sigi, der Schlagzeuger, bestellt Sushi am ersten Tag einer Tournee … Mut kann man nicht kaufen …

Carsten kommt mit dem Bus und weist uns ein. Leider passt die Bassdrum nicht in den Gepäckraum, also liegt sie am Aufgang zur Schlafetage. Auch die Gitarren liegen in der Lounge. Doch nicht so wenig Equipment wie gedacht, obwohl wir mit unseren Kemper Amps nicht mal Boxen brauchen … Irgendwie kriegen wir die Bassdrum dann doch weg vom Aufgang und wir können unsere Schlafgemächer beziehen.

Pumpwerk in Wilhelmshaven

Im Pumpwerk treffen wir dann auch zum ersten Mal auf die Dame und die Herren von Subway To Sally, den Headliner für unsere ERNTEZEIT-Tour. Der Aufbau ist etwa 45 Minuten in Verzug, die MITGIFT-Dekoration von STS hat leider nicht wirklich Platz auf der Bühne. Unser Soundcheck verschiebt sich um eine gute Stunde und muss für die Deutschland-Premiere im Schnellverfahren durchgezogen werden, was unseren Pulsschlag dann doch etwas in die Höhe treibt … Doch die STS-Crew unterstützt uns tatkräftig und alles ist gut.

19.50

Der Moment, auf den wir seit Monaten intensivst hingearbeitet haben, steht unmittelbar bevor. Noch schnell pinkeln und um Punkt 20.00 Uhr geht’s los mit der ‘Dresch Quetschn’, gefolgt vom ‘Gscheitling’ und ‘Ois wos ma fehlt’. Die ersten drei Reihen gehen von Anfang an mit, einige sind offensichtlich sogar schon mit dem Album ERNTEZEIT vertraut, das ja erst am 13. März in Deutschland erschienen ist. Mit der vierten Nummer, einem Cover von Falcos ‘Amadeus’, haben wir einen Großteil der 600 Nordlichter auf unserer Seite! Die Stimmung ist bis zum Schluss großartig, urleiwand. Die Ostfriesen stehen auf den Wiener Schmäh.

Nach der Show gibt’s noch ein Interview mit Robi’s Darkside,  eine kurze Backstage-Party, bei der wir auch das Gastgeschenk, eine Kiste mit köstlichem burgenländischen Weinen vom Weingut www.welkovits.at übergeben, und dann geht’s wieder in den Nightliner. Obwohl wir „nur“ acht Personen im Nightliner sind, haben wir keinen Quadratzentimeter zu viel Platz. Keine Ahnung, wie STS das mit 16 Personen machen, auch wenn ihr Bus zwei Meter länger ist und sie kein Equipment an Bord haben … Dankenswerterweise verstaut die STS-Crew unsere Bassdrum in ihrem 40-Tonner. Nicht so einfach, wie es sich anhört: Alles ist exakt vermessen und eingeteilt, jedes Teil hat seinen Platz, und doch ist der Truck am Ende rappelvoll!

Samstag, 21.3. Kiel, Halle 400 – Tag 2

Ankunft 10.00 Uhr. Die Halle ist doch um einiges größer als das Pumpwerk, die Bühne auch,  und so kann die MITGIFT-Produktion voll aufgebaut werden. Obwohl wieder eine knappe Stunde verspätet, bleibt heute der Puls im aeroben Bereich und wir machen einfach einen Spaziergang am Kieler Hafen. Als dann beim Soundcheck jedoch beide Floorboards für die Gitarrenverstärker streiken, wird uns kurz schwarz vor Augen. Doch unser Techniker Marco bleibt cool, analysiert in zwei, repariert in drei Minuten! Die Drescher-Maschine ist wieder voll auf Kurs und bereit, die nächste Ernte einzufahren!

Da wir am ersten Tag fünf Minuten überzogen haben, bietet uns die Tourleitung an, einfach fünf Minuten früher anzufangen, und so können wir unser Set weiterhin voll durchziehen. Die Halle ist schon bei Einlass gut gefüllt, und so kommt auch hier ab der ersten Nummer so richtig Stimmung auf. Roli, unser eleganter Bassist, bricht sich beinahe Bass und Bein, als ihm ein weiblicher Zuschauer zuzwinkert und er den Fotograben übersieht … ‘Bled Grennt’, aber nochmals gutgegangen, wir können unser Set durchziehen und auch hier die Nordlichter zum Glühen bringen.

Silke und Gina, die zwei netten Girls vom STS-Fanclub, helfen uns beim Merch-Stand und wir bringen unser Klumpert ganz gut unters Volk. Der Abbau läuft entspannt, Abfahrt um 02.00 Richtung Lüneburg.

Sonntag, 22.3. Lüneburg, Vamos! Kulturhalle – Tag 3

Wir treffen um 7.00 Uhr in der Kulturhalle ein und stürzen uns sofort auf Catering und WC. Die Location macht auf uns einen sehr angenehmen Eindruck. Der Holzboden und die Fässer zaubern irgendwie das Flair eines Western-Rockclubs.

Aufbau und Soundcheck laufen schon etwas besser. Schade nur, dass das unser Erntezeit-Backdrop wieder nicht aufgehängt werden kann.

Doors open ist um 19.00 Uhr. Die Halle füllt sich recht schnell. Der Backstage-Bereich und der Zugang zur Bühne ist extrem klein, macht den Start der Show etwas kompliziert, aber wir sind ja flexibel.

Die Show beginnt wieder fünf Minuten früher, damit genug Zeit für Kommunikation mit dem Publikum bleibt. Spätestens nach der dritten Nummer sind die Zuschauer wieder dabei, den DRESCHmetal Sound in vollen Zügen abzufeiern.

Nach der Show gibt’s ein Interview mit WACKEN RADIO. Der Journalist entpuppt sich als echter Drescher-Fan. Wir kredenzen mitgebrachten Wein aus Österreich, er ist begeistert!

Abfahrt nach Koblenz um 00.30 Uhr.

Montag, 23.3. Day off – Tag 4

Wir checken im Hotel Weinlaube in Koblenz ein. Wir haben uns viel vorgenommen, und dann nix gemacht. Ruhe – Pause – Schlafen … war ausgesprochen angenehm …

Dienstag, 24.3. Saarbrücken, Garage

Bei der Garage angekommen, fällt uns die Charakteristik der Halle auf. Nachgefragt, handelt es sich offensichtlich wirklich um eine alte Werkstatt.

Auch das Frühstück, das immer mehr in Richtung Mittag eingenommen wird, fällt üppig aus. Danach beginnen unsere Techniker mit dem Ausräumen des Equipments.

Bei einem kurzen Besuch in einem Innenstadt-Café treffen wir Ingo, den Gitarristen von STS und es ergibt sich ein tolles Gespräch über Musik.

Wieder in der Location angekommen gibt’s Soundcheck. Einer guten Show steht nichts mehr im Weg.

In der etwas breiteren, dafür aber kürzeren Halle hat man noch besseren Draht zum Publikum, sodass der Funke schnell bis in die hinteren Reihen überspringt. Auch die Zahl der anwesenden Journalisten zeigt, dass wir offensichtlich von der hiesigen Presse recht gut wahrgenommen werden. Die Show läuft rund und zum Schluss gelingt sogar ein Bühnen-Selfie…leider verwackelt!

Kurze Dusche und dann ziemlich bald Schlafen. Der Bus bleibt die Nacht über bei der Location und erst so um 7.00 Uhr geht’s Richtung Darmstadt.

Mittwoch, 25.3. Darmstadt, Centralstation – Tag 5

Vor der Location kann nur ein Nightliner parken. Also müssen wir außerhalb beim Stadion parken. Wir werden zwischenzeitig vom lokalen Shuttle zur Location gebracht.

Die Backstage-Räume sind sind zum Bersten voll. Wir teilen unseren Raum mit der Crew. Erstmalig kommt schlechte Stimmung auf. Die akuten Platzprobleme zerren an den Nerven.

Nach einem Spaziergang durch die wunderschöne Stadt ist Soundcheck. Nach all den Tagen schafft  Bernie, unser Techniker, das binnen kürzester Zeit. Es steht einer tollen Show also nichts im Wege.

Der Saal füllt sich rasant und pünktlich um 20.25 Uhr starten wir. Was wir da vom Publikum geboten bekommen, ist einmalig. Die Fans gehen ab den ersten Takten voll mit. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist es vollbracht.

Nach einem rasanten Abbau erwartet uns dann dennoch unser Bus in der Parallelgasse zur Umgebung. Der ist dann auch schnell eingeräumt, und es geht weiter nach Karlsruhe. Der Bus von Subway To Sally steht jedoch bis in die Morgenstunden bei der Location, da es technische Probleme gibt. Bernd wird kränklich und plündert die prallgefüllte Apotheke. Hoffentlich geht’s ihm morgen besser, heute schaut er nicht gut aus …

Donnerstag, 26.3. Karlsruhe, Substage – Tag 6

Bernd ist stark verkühlt. Noch in der Nacht verabreichen wir ihm alles an Medikamenten, was die moderne Medizin so zu bieten hat.

Am frühen Morgen, so gegen Mittag, sind wir dann froh, dass er überhaupt aufsteht. Er reagiert noch auf Ansprache… Somit kann einem Gig nichts im Wege stehen.

Die Platzprobleme lösen sich. Diesmal wirklich toller Backstage-Bereich mit reichlich Duschen. Die Stimmung bessert sich rasant.

Nach all den Tagen klappt der Umbau nach dem Soundcheck von STS immer besser. Wenn man bedenkt, dass wir nur mit zwei Technikern unterwegs sind fast ein Wunder.

Das Bühnenbackdrop lässt sich nur schwer an der Rückseite befestigen, so hilft uns die Tourcrew von STS, um dieses links auf der Bühne am Gitter zu befestigen. Dafür, dass das Bühnenbild improvisiert wurde, schaut es zu guter letzt sehr beeindruckend aus. Der Soundcheck läuft perfekt. Die Zuspielungen über Mac machen dann leichte Probleme, die jedoch unsere In-Ear-Monitoring-Verantwortliche Kathi schnell in den Griff bekommt. Es bleibt nur zu hoffen, dass Bernd, jetzt schon stimmlich ziemlich angeschlagen, heute durchhält.

Nach dem Abendessen geht’s dann direkt auf die Bühne. Der Emfpang der Leute aus Karlsruhe ist überraschend herzlich. Spätestens nach ‘Ois wos ma fehlt’ und der ersten lustigen Ansage mit Wiener Schmäh ist das Publikum auf unserer Seite.

Der Gig läuft ohne Pannen, außer dass bei der letzten Nummer unser Mac doch den Geist aufgibt.

Nach dem souveränen Gig von STS geht’s dann noch auf eine After Show Party.

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