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„Zeit ist ein Bastard“
Als Venom 1981 mit WELCOME TO HELL in der Szene auftauchten, war das wie ein Donnerschlag. Noch nie hatte jemand so etwas Hartes und Böses gehört. Von der Optik des Trios ganz zu schweigen. 45 Jahre später haben sich die Verhältnisse geändert, aber Cronos gehört noch immer zu den Ikonen der goldenen Jahre, auch wenn seine Band nie den kommerziellen Erfolg von anderen Bands dieser Ära erreichen konnte. Das neue Studioalbum INTO OBLIVION setzt den Weg des Black Metal-Punks konsequent fort und glänzt mit allen Trademarks, die Venom seit mehr als vier Dekaden auszeichnen. „Ach, echt? Ich dachte, die neue Scheibe erinnert an Tschaikowski“, lässt Cronos zum ersten Mal sein heiseres Lachen erklingen, das an eine kettenrauchende Nebelkrähe erinnert. „Nein, natürlich ist uns bewusst, was unsere Fans, die Legions, hören wollen. Und ich glaube, das haben wir ganz gut hinbekommen.“
Zweifellos, nur dauerte das Warten auf ein neues Studioalbum acht Jahre. Cronos seufzt. „Zeit ist ein Bastard. Wir haben an vielen Details gewerkelt, damit das Album auch unseren Ansprüchen genügt. Wir besitzen ein eigenes Studio, in das wir gehen können, wann immer es uns passt, was nicht immer von Vorteil ist. Manchmal bin ich nur hingefahren, um ein einziges Riff einzuspielen, und anschließend wieder abgehauen. So kommt man nicht sehr schnell voran. Und dann war da noch diese verdammte Pandemie. Kurz bevor es richtig losging, spielten wir auf diesem Schiff, 70.000 Tons Of Metal. Wir sind gerade noch so heruntergekommen, sonst hätten wir Monate auf dem Ding verbringen dürfen. Erinnerst du dich noch, wie viel Angst alle zu Beginn von Corona hatten? Es war eine völlig neue Situation – niemand wusste, ob einem vielleicht der Schwanz in der Hose explodiert.“
Damals und heute
Das ist zum Glück nicht passiert, aber Venom haben sich mit INTO OBLIVION trotzdem viel Zeit gelassen, was nicht allen gefiel. Zum Beispiel ihrer Plattenfirma. Cronos erinnert sich lachend. „Sie haben uns irgendwann eine Deadline gesetzt, die wir aber nicht ansatzweise einhalten konnten. Also hockten wir uns zusammen und trennten uns im Guten. Ich kenne diese Leute seit Jahrzehnten, wir sind Freunde, das war alles kein Problem. Jetzt haben wir ein neues Label, bei dem Leute arbeiten, die den Geist von Venom wirklich verinnerlicht haben und alles tun, damit das Album ein Erfolg wird. Und sie wissen, dass sich Kreativität nicht erzwingen lässt und man manchmal ein bisschen warten muss, bis der richtige Zeitpunkt kommt.“ Der ist nun offensichtlich da, INTO OBLIVION kann endlich auf die Menschheit losgelassen werden. Ursprünglich sollte das Werk aber einen ganz anderen Titel tragen, wie Cronos, einmal mehr ungefragt, erklärt. „Eigentlich sollte das Album LAY DOWN YOUR SOUL heißen, so wie die erste Single.
Durchschlagskraft
Aber diese anderen, die unter einem ähnlichen Namen unterwegs sind (gemeint sind Venom Inc. mit seinen ehemaligen Mitstreitern Mantas und Abaddon, mit denen er seit vielen Jahren im Clinch liegt – Anm.d.A.), haben irgendwann mal ein Bootleg unter diesem Namen herausgebracht. Ich hatte keine Lust auf noch mehr Streit, deshalb habe ich den Titel geändert.“ Für viele Fans wird die Besetzung Cronos, Mantas, Abaddon für ewig die perfekte Inkarnation der Band Venom sein. Der Chef sieht das anders. „Die aktuelle Besetzung mit Rage und Danté existiert jetzt seit 17 Jahren, es ist unser viertes gemeinsames Album. So lange habe ich mit den anderen nie zusammengespielt, weil es zwischendurch immer wieder Ärger gab. In den Neunzigern haben wir eine Reunion gewagt, weil die Legions das unbedingt wollten. Das 1997 erschienene Album CAST IN STONE und die Gigs waren okay. Aber eben nur okay, und das hatte seine Gründe, auf die ich nicht näher eingehen möchte. In der aktuellen Besetzung besitzen wir eine andere Durchschlagskraft. Mein größtes Anliegen ist es, dass die Legions stolz auf Venom sein können. Und das ist mit diesen Musikern gegeben.“
Wieso Cronos bei sich selbst klaut und wie das Coverartwork zu INTO OBLIVION entstanden ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Maiausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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