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von Tobias Gerber
Darf eine Beerdigung Spaß machen? Darf auf einer Beisetzung ‘Highway To Hell’ gespielt werden? Hat Metal noch auf andere Weise seine Teilnahme-Berechtigung als in der Tatsache, dass alle Anwesenden schwarz tragen? Wir haben uns für das Thema „mehr Metal bei der Beerdigung“ umgesehen und dabei Interessantes, Brauchbares und manches Skurriles gefunden. Ein Service-Beitrag der etwas anderen Art.
Als Ausgangspunkt wählten wir günstige Särge - aufstocken kann man ja immer noch:
„Die Zellulose-Mischung ist um einiges leichter als ihre massiven Mitstreiter. So wiegt ein solches Modell nur neun Kilogramm. Und auch der Preis kann sich sehen lassen. Während für einen massiven Holzsarg der "einfachen" Klasse mindestens 500 Euro gezahlt werden müssen, kommt man mit dem Zellulose-Basis-Modell der Regensburger auf etwa 350 Euro.“
Statt billig geht natürlich auch formschön – zum Beispiel als Gitarrenkoffer oder Cognac-Kasten. Bilder seht ihr oben in der Galerie!
Wer sich seinen eigenen Stein designen möchte, kann das ganz seiner Persönlichkeit entsprechend machen – gerne auch rostig, oder schwarz (Bilder findet ihr oben):
„Stählern. Schnörkellos. Schön. MyMetal ist für Individualisten gedacht. Und wird entsprechend nach Wesenszug gemacht. Die Oberflächen sind frei wählbar: gezielt grob, bewusst rostig, elegant und edel bis hin zu silbrig-hochglänzend. Ganz wie Sie es wünschen.“
So viel zum Gedenken – doch es bleiben noch Fragen. Bestatter Peter Wilhelm beantwortete der Bild-Zeitung ein paar:
"Wachsen Haare von Toten weiter?
Wilhelm: „Dieses Gerücht ist Jahrhunderte alt, stimmt aber nicht. Dass Barthaare scheinbar nach dem Tod noch nachwachsen, liegt lediglich daran, dass die Haut durch den Wasserverlust schrumpft – es ist also eine optische Täuschung.“
Kann ich mir meinen Sarg selbst bauen?
Wilhelm: „Ja – wenn der Sarg den Vorschriften der jeweiligen Friedhofsordnung entspricht. Manche wollen einen verrottbaren Holzsarg, andere explizit einen Vollholzsarg. Halten Sie sich an die gängigen Maße (ca. 200 x 80 x60cm) und verzichten Sie auf umweltschädigende Klebstoffe und Lacke. Der Sarg sollte blick- und geruchsdicht und möglichst so gestaltet sein, dass keine Flüssigkeit austreten kann und auf dem Boden eine Schüttung von mindestens fünf Zentimetern saugfähigen Materials haben. Wichtig: Erfragen Sie vorher die Bedingungen und informieren Sie die Beteiligten.“
So ganz traurig sind nun nicht alle Menschen, wenn Andere ihr irdisches Leben beenden. Auf todesanzeigensammlung.de finden sich diverse „Hass-Todesanzeigen“, die durchaus interessant sind. Zum Beispiel:
„Zum Tode von Dr. med Volker P fällt mir nur ein Wort ein: Danke. Ein Patient.
Wie im wahren Leben- Oma rief – Opa kam
Brigitte ich danke dir, dass du vor mir gegangen bist"
Noch mehr solch interessanter Nachrufe gibt es oben in der Galerie.
Wer sich ganz anders bestatten lassen möchte, findet auf gelebtezeilen.com vielleicht eine Inspiration. Zu empfehlen ist zum Beispiel die Explosions-Bestattung:
"Diese Form der Bestattung setzt sich mehr und mehr bei Entschärfungsexperten und Hobbybombenbauern durch. Sie setzt ein wenig Mut und/oder Vortäuschung Ungeschicklichkeit voraus. Einfach den blauen Draht zur falschen Zeit an den Roten halten. Nach diesem bedauerlichen Unfall wanderst Du, gleichmässig an der Tapete klebend, mit dem Schutt auf die Deponie. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es an jeder zweiten Ecke im Internet. Die Suchanfrage lautet “alles außer Sex und Soaps”. Den Angehörigen wird es dadurch leicht gemacht Dir Blumen auf das Grab zu legen. Einfach in die graue Tonne und schon werden Dir die Blumen bis ans Grab gebracht. Nicht mehr ganz so frisch bei der Ankunft, aber es ist ja der Gedanke, der zählt."
Noch viel mehr zu diesem Thema gibt es im „Museum für Sepulkralkultur“ in Kassel. Da wirbt sogar schon die Startseite mit Galgen, Scheiterhaufen, Konzerten und einem Kinderprogramm. Interessant...
In diesem Sinne: frohes Bestatten!
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