- 01. Apr 2011
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Zeitreise mit Muskel und Messer, aber ohne Locken
Drastischer Anstieg der Leichenzahl, der erste Tote nach nur 3:22 Minuten und viel mehr Opfer bei den Guten – auch die Macher von Rambo IV – JOHN RAMBO – gehen mit der Zeit. Müssen sie auch, denn RAMBO III ist genau 20 Jahre her. Und damals war noch einiges anders.
1988 war Silvester Stallone jünger und zeigte beim Töten von 45 Menschen gerne seinen stählernen Körper oben-ohne zeigen. Darauf verzichten Stallone (der auch Regie führte) und die Produzenten Lerner/Templeton/Thompson dieses Mal komplett. Eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn auch beim ersten RAMBO-Film von 1982 hatte er beim Killen immer ein Oberteil an.
Das mag marginal klingen, spiegelt aber die Zeichen der Zeit wider. Und diese verlangen nicht mehr, wie Ende der 80er, nach dem muskelbepackten Supermann mit wallender Mähne, sondern nach harter und direkter Action. Die Muskel-Shots bleiben also auf der Strecke und tummeln sich dort mit der einst so Stil-prägend per Stirnband gebändigten Mähne.
Die Konzentration bei JOHN RAMBO liegt ganz klar auf schnörkelloser Action. Die langwierige Einleitung, wie zum Beispiel bei RAMBO III, ist damit gleich ad acta gelegt. Rambo lebt jetzt in Thailand, ist zufrieden und kümmert sich ums Angeln und um Schlangenkämpfe. So weit so gut, es darf in die Vollen gehen.
Die Geschichte selber interessiert nicht – was sie spätestens seit RAMBO III eh nicht mehr tat. Dass er Missionare nach Burma bringt, diese gefangen werden und er sie mit einem Trupp Söldner retten soll, ist reine Fassade für einen blutigen Rambo-Alleingang, der es auf durchschnittlich 2,59 Tote pro Minute bringt. Zum Vergleich: Bei RAMBO I waren es 0,01, bei RAMBO II 0,72 und auch bei RAMBO III nur 1,30.
Dass der Plot damit noch limitierter und strenger als bei den Vorgängern ausfällt, ist fast schon erstaunlich, aber auch ehrlich. Denn niemand wird den Film einer ausgetüftelten Geschichte wegen sehen.
Die Materialschlacht ist dafür bei JOHN RAMBO deutlich stattlicher, als bei allen Vorgängern. Statt aber immer noch einen in technischer Hinsicht drauf zu setzen – wie zum Beispiel in DIE HARD 4.0 passiert – inszenieren die Macher von JOHN RAMBO den Alleingang doch wieder klassisch als Brückenschlag in die 80er. Einer gegen Alle, geradliniges Töten.
So kommt John Rambo am Ende des Schlachtens, das ihn auf einer gewissen Ebene von 2008 wieder in die 80er führt, auch wieder an seinem Ursprung an. Er kehrt zurück in die USA. Nicht als Sträfling und auch nicht als Vietnam-Geächteter. Nein, er kehrt als freier Mann zurück und tritt den sinnbildlich langen Weg zur Farm seines Vaters an.
Eine Zeitreise auf mehreren Ebenen.
Szenen-Bilder findet ihr oben in der Bildergalerie!
TOBIAS GERBER
Weitere Film-Besprechungen:
+ Rambo I - III Box
+ Saw IV
+ Meine Frau, die Spartaner und ich
Wer noch mehr über Rambo-Statistiken erfahren möchten, findet hier Antworten.
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