Jesse Leach hatte eine stark christliche geprägte Kindheit und Jugend — dank seiner Eltern und insbesondere seines Vaters, der ein Pfarrer war. In einem aktuellen Interview mit The Morning Call sinniert der Killswitch Engage-Frontmann, wie viel von den Inhalten für ihn heute noch Thema sind. Dabei stellt der 47-Jährige klar: Als Christ würde sich der Metaller gegenwärtig nicht mehr titulieren.
„Es ist eine ständige Inspirationsquelle“, gesteht der Killswitch Engage-Rückkehrer. „Ich fühle mich wohl mit den wertvollen Lehren, die mir über Liebe, Fürsorge für die Armen und Achtsamkeit gegenüber dem Nächsten vermittelt wurden. Diese Gedanken erinnern mich immer wieder an meine Bestimmung. Andererseits kann organisierte Religion hinter der Fassade sehr hässliche Züge annehmen.
Zwiespalt
Ich habe Machtmissbrauch und Manipulation erlebt — und Prediger auf der Kanzel gesehen, die verkündeten, Gott sei die Liebe, während sie gleichzeitig Muslime oder homosexuelle Menschen verurteilten. Diese Erfahrung ist fest in meiner DNS verankert — als eine Form des Protests und des Wunsches, das Unrecht wiedergutzumachen, das mir einst eingepflanzt wurde.“
Weiter fährt der Killswitch Engage-Schreihals fort: „Ich bin in einem sehr evangelikalen Elternhaus aufgewachsen, aber wir haben uns alle ziemlich verändert. Ich bezeichne mich nicht mehr als Christ. Ich sehe mich als spirituelles Wesen. Ich habe mich in Demut geübt, denn ich finde, es liegt eine gewisse Arroganz darin, jemandem zu sagen, man kenne die absolute Wahrheit. Je mehr ich gereist bin, desto mehr hat sich meine Weltsicht gewandelt. Es ist die Akzeptanz der Tatsache, dass ich die Antworten nicht habe. Aber ich werde bis an mein Lebensende weiter danach suchen.“
Gehemmte Entwicklung
Bereits im Jahr 2018 berichtete Jesse Leach im Gepräch mit Ryan J. Downey davon, wie er aufgewachsen ist: „Mein Vater war schon immer ein Suchender, ein Wanderer. Er suchte nach der wahren Bedeutung Gottes, nachdem er in den Siebziger Jahren zu Jesus gefunden hatte. Meine Mutter war vor allem die unterstützende Ehefrau und arbeitete in der Krankenpflege in der Nachtschicht. Tagsüber schlief sie, sodass mein Bruder und ich oft auf uns allein gestellt waren — sei es in Florida, Missouri, der Innenstadt von Philadelphia oder auf einer Farm in Wisconsin. Wir zogen oft um, weil mein Vater ständig auf der Suche nach irgendetwas war.
🛒 KILLSWITCH ENGAGE-SHIRT JETZT BEI AMAZON HOLEN!Meine Eltern sind großartige Menschen. Sie haben ihr Bestes gegeben, um uns großzuziehen. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass mein Bruder, meine Schwester und ich mit einer bestimmten Denkweise und einer Indoktrination durch den christlichen Glauben aufgewachsen sind. Das war einerseits sehr gut, hat andererseits aber meiner Meinung nach auch unsere persönliche Entwicklung ein wenig gehemmt. Wir kamen zwar mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, doch geschah dies meist im Rahmen einer religiösen Gemeinschaft.“
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