Death Angel-Gitarrist Ted Aguilar hat sich darüber ausgelassen, was er an neueren Bands aus dem Metal-Bereich nicht so gut verknusen kann. In einem aktuellen Interview mit Pipeman verrät der 53-Jährige, dass die jeweiligen Gruppen auf der einen Seite für sein Empfinden alle gleich klingen. Auf der anderen Seite verwundern und irritieren ihn die technischen Fähigkeiten der Musiker.
Individualisten
„Was mich am heutigen Metal stört – und das ist nur meine persönliche Meinung, ohne die Bands schlechtmachen zu wollen –, ist, dass ich sie nicht voneinander unterscheiden kann“, holt Ted Auilar aus. „Im heutigen Metal gibt es unglaublich gute Musiker. Meine Güte: Die spielen uns locker an die Wand, die sind extrem talentiert. Früher war es eher so: Man hat sich als Band zusammengefunden und gemeinsam herausgefunden, wie das Instrument funktioniert – nach dem Motto: ‚Lass uns Songs schreiben, lass uns Cover spielen.‘ Man hat sich gemeinsam entwickelt.
Heute… Das ist keine Kritik, denn es gibt fantastische Musiker, einfach unglaublich. Ich wünschte, ich könnte das auch. Man fragt sich, was die heute trinken, dass sie alle anderen so in den Schatten stellen können. Aber heute sind es eben oft YouTuber oder Influencer. Früher musste man sich erst finden, man musste als Band zusammenwachsen. Es hat etwas Besonderes, gemeinsam in einem Raum zu sein, voneinander zu lernen und sich gegenseitig Ideen zuzuspielen. Wenn man hingegen nur für sich allein übt und dann einer Band beitritt, ist man so daran gewöhnt, allein zu sein, dass man gar nicht weiß, wie man einen Draht zu einem anderen Musiker findet.
Eigener Stil
Das war damals der organische Weg. Man trifft sich im Proberaum, sagt ‚Lass uns spielen‘, geht nach Hause und spielt weiter. Man schreibt etwas, kommt zurück und sagt: ‚Hey Leute, ich hab da eine Idee‘, und arbeitet gemeinsam daran. Alles hat Vor- und Nachteile, wie alles im Leben. Heute gibt es die Technik: Man schreibt Riffs, schickt sie jemandem, der andere lernt sie, und man nimmt auf. Aber man muss trotzdem zusammen in einem Raum sein. Es entsteht eine Synergie durch den menschlichen Kontakt. Man sieht das Gesicht des anderen, merkt, wie er dazu steht, was er einbringt, und erlebt vielleicht auch mal Meinungsverschiedenheiten oder Ähnliches.“
🛒 JETZT DEATH ANGEL-SHIRT BEI AMAZON HOLEN!Des Weiteren erläuterte Ted Aguilar noch, wie sich die frühen Thrash-Kapellen bewusst musikalisch voneinander abgrenzten: „Es ist nichts gegen die heutigen Metal-Bands einzuwenden, und das Gute daran ist, dass es so viele von ihnen gibt – vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu viele. Der Markt ist übersättigt. Aber sie halten das Genre am Leben, sie tragen die Fackel weiter. Ich bin jedoch in einer Zeit aufgewachsen, in der Thrash Metal noch unterschiedlich klang: Anthrax klangen anders als Overkill, Death Angel anders als Testament. Sie hatten ihren eigenen Sound, aber es war eben Thrash.
Natürlich waren sie alle von der New Wave Of British Heavy Metal, Punk Rock und – selbstverständlich – Metallica beeinflusst; jeder orientierte sich an Metallica und Exodus, weil diese Bands an der Spitze standen. Aber alle sagten sich: ‚Wir wollen diese Aggression, aber in unserem eigenen Stil.‘ Zum Beispiel klingt Mark [Osegueda, Death Angel-Sänger — Anmd.A.] nicht wie Chuck Billy [Testament-frontmann]. Chuck Billy klingt nicht wie Sean Killian [Vio-Lence-Sänger], und niemand klingt wie Zetro [Ex-Exodus-Sänger].“
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