Accept: Nur nach vorne mit STALINGRAD

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BLOOD OF THE NATIONS war eines d-e-r Comeback-Alben der letzten zehn Jahre. Zudem konntet ihr damit auch den bisher höchsten Chart-Einstieg verbuchen. Was erstaunt dich rückblickend am meisten: Der Erfolg von BLOOD OF THE NATIONS oder der breite positive Konsens, mit dem es aufgenommen wurde?

Letzteres. Dieser breite Konsens ist schon erstaunlich. Egal, ob Journalisten oder Fans – alle finden die Platte großartig und zudem noch alle Songs durchweg gut. Es war einfach ein sensationeller Erfolg.

Neben der herausragenden Qualität der Songs sowie dem dicken Sneap-Sound hatte sicherlich auch der Überraschungseffekt einen nicht unwesentlichen Anteil am Erfolg des Comebacks. Man wusste nicht so recht, was man erwarten sollte, und dann kam so ein Hammer. Dieser Überraschungseffekt ist nun nicht mehr vorhanden. Wie seid ihr im Vorfeld damit umgegangen?

Dass viele Leute im Vorfeld bereits der Meinung waren, dass das alles nicht hinhaut, hat uns unterbewusst garantiert noch angestachelt. Uns war durchaus bewusst, dass der Überraschungseffekt im Hinblick auf das zweite Album mit Mark nicht gegeben sein würde. Aus dem Grund haben wir auch für uns die Messlatte höher gelegt, weil wir natürlich zeigen wollen, dass dieses Comeback-Album keine Eintagsfliege war und dass wir so eine Qualität erneut abliefern können. Aber es ist schon ein gewaltiger Unterschied, wenn zunächst gar keine Erwartungen da sind, und beim nächsten Album sind sie riesig.

Für eine deutsche Band – ich gehe mal davon aus, dass ihr euch noch als deutsche Band seht – ist STALINGRAD kein „gängiger“ Titel. Wie kamt ihr darauf?

Zunächst: Natürlich sehen wir uns noch als deutsche Band. Keine Frage. Und Stalingrad als historisches Ereignis ist ein sehr faszinierendes Thema. Darüber hinaus bin ich beim Komponieren froh, wenn man eine Idee hat, wovon ein Song handelt. Für mich gibt es kaum etwas Schlimmeres, als an einem Lied zu arbeiten und nicht zu wissen, worum es sich dreht. Am schönsten ist es immer, wenn man den Text oder auch nur den Titel eines Stücks kennt und dann vor dem geistigen Auge eine Art Film dazu abläuft. Das hilft sehr beim Komponieren. Zum Thema Stalingrad: Alles fing damit an, dass ich eine Dokumentation mit historischem Bildmaterial über Stalingrad gesehen habe. Ein sehr interessantes wie auch aufwühlendes Thema, das nicht nur hunderttausende das Leben gekostet hat, sondern auch hunderttausende Menschen berührt hat. Vom Thema war es also reizvoll und für eine Heavy Metal-Band zudem passend.

Neben den großartigen Songs besticht STALINGRAD auch wieder durch die Stimme von Mark Tornillo, der erneut eine großartige Gesangsleistung liefert, sich aber im Vergleich zu BLOOD OF THE NATIONS variabler zeigt und öfter weicheren Gesang einsetzt.

Dem kann ich so nicht zustimmen. Zum Teil finde ich sogar, dass er noch mehr ʻRöhreʼ einsetzt als zuvor. Und solltest du mit deiner Einschätzung doch Recht haben – mir fehlt, wie gesagt, noch etwas der Abstand – dann wurde das auf keinen Fall bewusst angestrebt. 

Noch mehr zum neuen Accept-Album STALINGRAD könnt ihr in der ausführlichen Geschichte in unserer Mai-Ausgabe lesen.

Das Heft kann einzeln und innerhalb von Deutschland für 7,90 Euro (inkl. Porto) per Post bestellt werden. Einfach eine Mail mit dem Betreff „Einzelheft Metal Hammer 05/12“ an einzelheft@metal-hammer.de schicken.

Generell können natürlich alle Hefte auch einzeln nachbestellt werden – alle Infos dazu findet ihr unter www.metal-hammer.de/einzelheft.

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Ob Kirchenskandale, -steuern oder die damit verbundenen Austritte – die Kirche hat es heutzutage alles andere als leicht, ihren ohnehin angeknacksten Ruf wiederherzustellen. Wem kann man es schon verübeln: Das, was bei all den Negativschlagzeilen an Assoziationen mit der Institution übrig bleibt, lässt wenig Platz für Hochachtung. Gut, dass es da Vorprescherinnen wie Simone Lippmann-Marsch gibt. Die 40-jährige Pfarrerin will den Vorurteilen über trockene Predigten und antiquierte Riten den Garaus machen. Um mehr Menschen in ihre Kirche zu locken, hat sie sich eine trickreiche Methode einfallen lassen. „Die Kirche muss sich verändern!“ Für die tätowierte Protestantin der Klosterkirchengemeinde Lehnin steht…
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