AC/DC: Hunde, wollt ihr ewig rocken?

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Das Szenario erinnert wahlweise an Spinal Tap oder die ʻMuppet Showʼ: die AC/DC-Vertreter Angus und Brian residieren stilvoll im Connaught Hotel: ein Fünf-Sterne-Schuppen im Londoner Stadtteil Mayfair, in dem schon Premier Winston Churchill seine Zigarren zu paffen pflegte. Und diese Tradition greifen die Rock-Oldtimer auf, indem sie ihre mondäne Nichtraucher-Suite unter eine dichte Nikotinglocke setzen, dazu Earl Grey-Tee mit einem Schuss Milch schlürfen, kleine Sandwiches mit Lachs und Frischkäse kredenzen und sich in bester Stadler & Waldorf-Manier die verbalen Bälle zuspielen. Natürlich in einem Akzent, der für ungeschulte Ohren wie Klingonisch klingen muss, sich aber als Kauderwelsch aus australischem nebst schottischem Englisch erweist und einen extrem hohen Unterhaltungswert besitzt.

LIVE AT RIVER PLATE ist bereits die 13. Live-Veröffentlichung eurer Karriere. Wie viele CDs/DVDs dieser Art braucht der Fan?

Brian (lacht laut): Hoffentlich viele!

Angus: Yeah, yeah…

Brian: Letztlich sieht es doch so aus: Wir stillen hier nur eine Nachfrage. Wir machen das, was die Fans wollen. Wenn sie keinen Mitschnitt von der letzten Tour haben möchten, würden wir auch keinen veröffentlichen. Aber sie stehen nun mal auf diese Art von Souvenir, weil es sie daran erinnert, was sie da gesehen haben. Und sie sich das immer mal wieder anschauen, es ihren Freunden zeigen und einfach Spaß dabei haben. Insofern ist daran doch nichts falsch, oder? Zumal wir dafür ja nicht wirklich viel Geld verlangen. Wir bemühen uns, das möglichst günstig anzubieten, weil es ja auch ein Dankeschön von uns ist: für eine wirklich tolle Tour, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Könnt ihr über Sympathiebekundungen wie: „Angus ist mein Gott, AC/DC sind meine Religion“ lachen, oder hat dieser Fanatismus auch etwas Beängstigendes?

Angus: Schon. Aber ich schätze, da hat nur jemand nach Worten gesucht, was sich nicht immer als einfach erweist. Und zumindest ist das eine ehrliche Antwort, etwas von Herzen. Also dieser Fan meint es ernst, und das sehe ich als Kompliment. Ich erwarte nicht wirklich, dass man irgendwann eine Kirche nach uns benennt.

Brian: Die Kirche des heiligen Angus von Schottland.

Angus: Stimmt.

Brian: Mit einer Statue von dir auf der Spitze. Nach dem Motto: Wer ist der Typ mit der Laute? (lacht)

Angus: Das wäre doch mal was, oder?

Im Herbst feiert FOR THOSE ABOUT TO ROCK WE SALUTE YOU sein 30. Jubiläum. Würde das nicht den perfekten Anlass für eine solche Show liefern?

Brian: Doch, durchaus. Schließlich war das ein ziemlich großes und wichtiges Album für uns. Was die Verkaufszahlen betrifft, zwar nicht so groß wie BACK IN BLACK, aber damit hatten wir ja auch nicht gerechnet. So etwas lässt sich nicht wiederholen, und schon gar nicht bewusst. Das Label hätte es natürlich gerne so gehabt. Aber du kannst nun mal keine Songs mit der Intention schreiben, dass sie sich wer weiß wie oft verkaufen. Das geht nicht. Es sei denn, du bist irgendein Pop-Act mit einer megaerfolgreichen Formel. Aber das sind wir nicht, und wir hatten auch kein Problem damit. Wir haben einfach versucht, ein gutes Album zu machen, und haben allein deshalb keinen Druck von außen gespürt, weil wir ihn schlichtweg nicht an uns heran gelassen haben. Nach BACK IN BLACK agierten wir sehr selbstbewusst. Und wir hatten ja auch allen Grund dazu.

Angus: Ja, wir wussten, dass dieses Line-up funktioniert, dass wir nach vorne schauen und einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen konnten. Wir hatten Erfolg mit einem neuen Sänger – was eine riesige Erleichterung bedeutete. Und auf dem Album stehen ja auch ein paar wirklich gute Songs. Insofern wäre es definitiv eine Option, ein paar Shows mit diesem Album zu spielen. Aber: Ich kann nichts versprechen, schließlich sind wir ja gerade erst mit der BLACK ICE-Tour durch. Einige von uns brauchen eine längere Verschnaufpause.

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