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Arch Enemy, Avantasia, Amon Amarth: Der Samstag am Wacken Open Air 2014

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Nach zwei Tagen auf dem Acker sind vielen Festival-Besuchern die ersten Verschleißspuren deutlich zu erkennen. Statt sich einen guten Platz am Bierstand zu ergattern, läuft heute zunächst alles etwas ruhiger und nicht wenige beginnen den Tag mit einem Nickerchen auf dem Infield, im Biergarten oder einfach auf den sich dazwischen befindenden Wegen. Die Poren sind ausnahmslos mit Schmutz verstopft und man bahnt sich mühsam seinen Weg durch die dichten Staubwolken im Wackinger Village. So dicht, dass es manchen nicht einmal mehr gelingt den Hammer auf den Lukas niedergehen zu lassen.

Erst mit dem Gebrüll von Arch Enemy Frontfrau Alissa White-Gluz kehrt das Leben zurück auf den Acker und die Trauben um die Bierstände nehmen langsam wieder Form an. Dass diese Band, die mit ihrer neuen Sängerin Alissa White-Gluz gerade ein neues Hoch erlebt, um diese Uhrzeit auf die Bühne muss, ist ein schlechter Witz. Ein Glück, dass die Fans mitlachen und es bereits um 12 Uhr Mittags so voll ist wie sonst erst in den Abendstunden.

Keine hundertfünfzig Meter entfernt geben sich Prong alle Mühe, auch ihre Musik dem Publikum zu präsentieren, werden aber von den Schweden gnadenlos übertönt. Erst den folgenden August Burns Red gelingt es, mit deutlich höherer Lautstärke, der Party Stage einen Sinn zu geben.

Sodom sind heute übrigens die Ersten auf der True Metal Stage und beträufeln ihre Fans standesgemäß mit ’Ausgebombt‘ und ’Outbreak Of Evil‘. Überraschend wie ein selbstgekauftes Geburtstagsgeschenk, aber stählern wie eine Gelsenkirchener Kohlen-Lore. Devin Towsend, der anschließend übernimmt, hat nur wenig mit schnellem Ruhrpott-Metal zu schaffen. Kanadas Inbegriff der musikalischen Experimentierfreude mag es gern etwas vertrackter und wird von vielen Tausend gespannt beäugt. Ihm wird nachgesagt etwas verrückt zu sein, aber damit ist er hier sicherlich nicht allein.

Das Mobiliar von Behemoth befindet sich bereits auf der Black Stage und wird nur wenig später von Nergal und Co. in Betrieb genommen. Leider verliert im Sonnenschein das tiefschwarze Programm der Polen ein wenig an Wirkung. Ansonsten sind bei dem Spektakel keine Unstimmigkeiten auszumachen. Auch die norwegischen Emperor liefern überzeugend ab und beenden ihren Reunion-Aufritt mit Bathorys ’A Fine Day To Die‘. Wacken zeigt ich Dankbar und schlägt kräftigt die Hände zusammen. Wieder und wieder und wieder…

(Ben Klein)

Hart am Gas mit Wikingern! Amon Amarth haben einfach nie verlernt, ein Publikum zu begeistern. Während Tausende bei ‚Pursuit Of Vikings‘ das obligatorische Döp-Dödöp-Döpdöp brüllen, startet Drachenbootkapitänin Riedl vor dem METAL HAMMER-Stand eine Luftruder-Aktion. Anfangs sind die Kollegen skeptisch, aber spätestens wenn Hartwurstler Strater, der Nordmann vom Niederrhein, die tätowierten Arme rudern lässt, machen alle mit. Die Drachenbootkapitänin nickt angesichts des des Kollektiv-Einsatzes anerkennend.

Weniger Anerkennung übrigens für Megadeth. Anfangs ist der Sound fürchterlich, danach schwankt Powerlocke Dave Mustaine zwischen Knarz- und Sprechgesang. Im Camp versucht Kollege Gorr zu argumentieren, dass das viel schlechter sei als King Diamond am Vorabend. Von dieser Meinung kann er niemanden außer sich selbst überzeugen. Wenn überhaupt.

Bei Avantasia sind sich dann aber alle einig. Fans, Musiker, Schreiberlinge. Selbst wenn man Pomp kitschig findet, zieht dieses Spektakel einen einfach mit. Tobias Sammet entpuppt sich zwar erneut als größte Laberbacke, die Deutschlands Metal-Szene je hervorgebracht hat, aber wer so viele Menschen begeistert, darf auch mal eine gefühlte Viertelstunde lang seine Band vorstellen.

Gepflegte Nackenmassage von Kreator hintendran. ‚Phobia‘ lädt zur Ekstase ein, roter Rauch und Tollwut-Gesang galore. Milles Abholzkommando ist ja ohnehin wie Pizza – geht einfach immer. Auch wenn man sich als Person, die Kreator schon drölfzig Mal gesehen hat, sehnlichst wünscht, Mille würde eines Tages doch nochmal neue Ansagen mit ins Programm holen. Sei’s drum. Zufrieden sind wir auch so. Mit Kreator, aber auch mit dem Wacken Open Air 2014 als Gesamtveranstaltung.

Natürlich gab es kein Inferno des Rammstein-Kalibers. Deren Auftritt im vergangenen Jahr war schlicht nicht zu toppen. Immerhin blieb uns so Heino erspart.

2015 sind wir jedenfalls wieder mit am Start. Die ersten Bandbestätigungen, darunter Kracher wie Savatage, Sabaton, In Flames, lassen uns schon jetzt ganz wuschig mit dem linken Zeh zucken. Das Wacken Open Air 2015 finet vom 30.07.-01.08.2015 statt und steuert in Rekordtempo auf den Ausverkauf zu. Bis nächstes Jahr, Wacken. 

(Dorian Gorr)

Einen ausführlichen Bericht mit allen Bands, Bühnen und Drumerhum und viele exklusive Fotos findet ihr selbstverständlich in der nächsten METAL HAMMER-Ausgabe ab 20.08.2014.

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