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Soundgarden: Kim Thayil veröffentlicht Memoiren

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Am 18. Mai 2017 nahm sich Soundgarden-Frontmann Chris Cornell nach einem Auftritt in Detroit, Michigan in seinem Hotelzimmer das Leben. Besonders für seine Band-Kollegen ist die Nachricht damals ein Schock gewesen, da sie wenige Stunden zuvor noch gemeinsam auf der Bühne gestanden und nichts Ungewöhnliches bemerkt haben.

Schmerz und Schuld

So zumindest berichtet es Gitarrist Kim Thayil in seinem neuen Buch ‘A Screaming Life: Into the Superunknown with Soundgarden and Beyond’, das am 9. Juni vorerst nur auf Englisch erscheint. Vor Kurzem veröffentlichte der Rolling Stone einen Auszug aus Thayils Memoiren. Darin spricht der Musiker offen darüber, auf welche Weise er vom Tod Cornells erfuhr – über die Schuldgefühle, die er in jenem Moment empfand, und die Tücken des Versuchs, diese zu überwinden.

„Ich habe es nicht kommen sehen“, erklärt Thayil. „Was mich am meisten schmerzt, ist die Tatsache, dass ich ein enger Freund und Kollege war und dabei Dinge nicht erkannt habe, die ich im Nachhinein betrachtet vielleicht hätte erkennen müssen. Das ist schmerzhaft. Ich habe das Gefühl, Chris im Stich gelassen zu haben, weil ich den Ausdruck in seinen Augen nicht gesehen oder einen bestimmten Unterton in seiner Stimme nicht gehört habe – weil ich es einfach nicht deuten konnte.“

Du suchst selbst Hilfe oder kennst jemanden, der suizidgefährdet ist? Telefonseelsorgestellen sind jederzeit unter 0800‐1110111 oder 0800‐1110222 kostenlos erreichbar. Bundesweite Beratungseinrichtungen speziell für Kinder und Jugendliche sind jederzeit unter 0800-­1110333 kostenlos erreichbar. Online‐Hilfsangebote sind jederzeit im Internet erreichbar unter www.telefonseelsorge.de oder www.suizidpraevention-deutschland.de.

Im Nachhinein betrachtet habe Chris Cornell an jenem Tag eine „seltsame Ausstrahlung“ gehabt. „Ich kannte Chris schon lange genug, um zu spüren, wenn etwas nicht stimmte. Es lag nicht bloß daran, dass er müde war – da war etwas Tiefergehendes“, evaluiert Thayil.

Die bittere Wahrheit

Auch schildert Kim Thayil, wie er und seine Band-Kollegen Matt Cameron und Ben Shepherd vom Tod Cornells erfuhren. Die Musiker befanden sich gerade auf dem Weg nach Columbus, Ohio – wo sie als Headliner für ein Festival eingeplant waren –, als sie die Nachricht über die Sozialen Medien erhielten. Zunächst hielten es alle für eine Falschmeldung oder einen schlechten Scherz. Bis ein Crew-Mitglied schließlich die Bestätigung erhielt, dass Cornell kurz nach dem Auftritt am Vorabend Selbstmord begangen hat.

„Chris’ Tod – und die Art und Weise, wie er starb – kamen so unerwartet. Mir erschien es damals, im Jahr 2017, als etwas, das gar nicht seinem Wesen entsprach“, sinniert der Gitarrist. Thayil merkt auch an, dass Cornell im Laufe der Karriere von Soundgarden viele düstere Texte verfasst hatte. Er ging jedoch davon aus, dass diese geschrieben wurden, um der Stimmung der Musik zu entsprechen – und nicht zwangsläufig, weil sie autobiografisch Cornells tiefste Gedanken und Gefühle widerspiegelten.

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Bekanntlich hat Cornell vor seinem Tod noch an neuem Material gearbeitet und einige Songs eingesungen. Die verbliebenen Soundgarden-Mitglieder vollenden das begonnene Werk derzeit. Im Interview mit Joann Butler erklärte Thayil kürzlich: „Es ist für uns alle sehr, sehr wichtig. Es ist wichtig für das Vermächtnis von Soundgarden. Es ist wichtig für das Vermächtnis von Chris Cornell.“ Um ihren verstorbenen Freund gerecht zu werden, wollen sie nie wieder als Soundgarden live auftreten.


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Heidi Skrobanski schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

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