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Auf Tour mit den legendären Sewergrooves

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Oben in der Galerie liefern wir euch exklusive Einblicke ins Backstage- und Tour-Leben der Sewergrooves.

Tag 1

Nach einer vierzehnstündigen Fahrt von Stockholm nach Essen, könnte man leichte Müdigkeitserscheinungen vermuten – nicht so bei den Sewergrooves. Die Schweden Sewergrooves sind putzmunter, als sie die Essener Freak Show erreichen und stürzen sich gut gelaunt in den Soundcheck.

Bereits 2013 waren Kurt, Andreas, Packe, Tero und Fahrer Mattias zu Gast in NRW’s detailreicher Punk Rock-Kneipe und gehen daher konzentriert an die Arbeit, statt die mit viel Liebe installierte Dekoration zu erkunden. Selbstkreierte Lampen, Gummi-Geschlechtsteile, Teletubbies-Köpfe zum urinieren und nicht zuletzt eine Bühne, welche sich in einem weit aufgerissenen Maul befindet, bilden die Kulisse, in der Gitarren aus Koffern geholt und Geräte verkabeln werden.

Um 20:00 Uhr öffnet die Freak Show ihren Höllenschlund und schnell strömen die ersten Besucher hinein um sich an der Theke zu versammeln. Auf eine Vorband wird heute verzichtet.

Es ist bereits 22:00 Uhr, als ein ordentlich groovedes Intro ertönt und die Sewergrooves ihre Verstärker aufdrehen. ‘This Time I Know’ und ‘On Fire’ werden auf die Besucher gejagt, bis Sänger Kurt Dräckes für eine kurze Begrüßung innehält um anschließend mit ‘Landed On Earth’, von der neuen EP ESSENTIAL VOLUME MASTERS, fortzufahren.

Langsam aber sicher wird die Schwere des Arbeitstags abgeschüttelt und viele der rund sechzig Besucher beginnen zu tanzen. Die Temperatur steigt und das weiße Outfit von Schlagzeuger Tero verändert deutlich seine Farbe.

Eine knappe Stunde später versuchen die Sewergrooves mit ‘Ain’t Comming Home’ zu beenden, aber werden nicht von der Bühne gelassen. Essen fordert lautstark nach einer Zugabe und bekommt den Klassiker ‘Boogie Woman’. Dann ist aber wirklich Schluss und die verschwitzen Gesichter der Schweden verschwinden in den bereitgelegten Handtüchern.

Zu einer ausschweifenden Aftershow-Party reicht es nicht mehr. Bis auf einige Wenige leert sich die Freak Show relativ schnell und die Band genießt den einen oder anderen „Absacker“ an der Theke. Um 03:00 Uhr liegen wirklich alle in ihren Betten – ein wirklich beeindruckendes Schnarch-Konzert nimmt seinen Lauf.

Tag 2

07:00 Uhr: nach einer deutlich zu kurz geratenen Nacht werden die Schweden von einer Vielzahl an Handy-Weckern aus dem Schlaf gerissen. Viel Zeit für ein ausgiebiges Frühstück bleibt nicht, da heute zwei Konzerte in Berlin auf dem Tour-Plan stehen und vorher die Entfernung von 500 km bewältigt werden muss. Alle erscheinen pünktlich um 08:00 Uhr am Bus und die Reise beginnt.

Erst als einige Stunden später die Hauptstadt am Horizont sichtbar wird, gewinnen die Gespräche an Intensität. Snacks werden gereicht und hier und da öffnet sich ein Bier. Fahrer Mattias, der seit über 20 Jahren zusammen mit Kurt in der Band The Royal Cream spielt, steuert quer durch Neukölln und Tero bestätigt mehrfach seinen Heißhunger auf Döner. Eine halbe Stunde später bekommt der Schlagzeuger wonach er sich sehnt und auch die anderen stürzen sich hungrig auf gefüllte Brotleibe, Falafel und Halloumi.

Weiter geht es zu Wowsville. Der Kreuzberger Szene-Laden beinhaltet ein nettes Sortiment an Schallplatten, sowie eine gemütliche Bar mit allerhand Leckereien. Die Sewergrooves genießen die Ruhe vor dem Sturm in allen Zügen und nutzen den Moment für ein kleines Foto-Shooting.

Um 17:00 Uhr kann endlich das Equipment ins Cortina Bob, vor dem bereits die Vorband wartet, geladen werden. Antares kommen aus Italien und werden später ein hohes Maß an Geschwindigkeit auf die Bühne hieven. Man kennt sich bereits von anderen gemeinsamen Konzerten.

Keine halbe Stunde später befindet sich das gesamte Equipment auf der Bühne und The Sewergrooves (bewaffnet mit zwei Akustikgitarren) im Taxi Richtung Ramones Museum.

Dort angekommen stehen die Mikrophone schon bereit und nach einem kurzen Soundcheck eröffnen die Schweden das erste Akustik-Set ihrer Karriere. Als besondere Überraschung wird der Ramones-Klassiker ‘Cretin Hop’ zum Besten gegeben. Das buntgemischte Publikum ist sichtlich begeistert. Nicht zuletzt von Frontmann Kurt Dräckes, der eine Menge Eigenständigkeit in seine Songs legt.

Wieder zurück im Cortina Bob wird rasch der Soundcheck unter Dach und Fach gebracht und dann entern auch schon die ersten Besucher den Ort des Geschehens. Viele sind es leider nicht und werden auch nicht mehr werden.

Die gute Stimmung leidet nicht darunter und wenn das Quartett um 23:00 Uhr mit ‘This Time I Know’ beginnt, haben sich über sechzig Rock’n’Roll-Fans vor der Bühne versammelt. Das Programm ist ähnlich dem des Vorabends. ‘Stray Arrows’, welches am Vorabend noch ein wenig skeptisch beäugt wurde, bekommt heute einen aufrichtigen Applaus. Diesen und einige andere Songs wollen die Sewergrooves im Frühjahr 2015 auf Vinyl verewegigen – man darf sich freuen.

‘Dead Woman’ und ‘Free To Fly’, vom letzten Album TROUBLE STATION, bringen viele der Besucher zum mitsingen, bevor wieder mit ‘Boogie Woman’ beendet wird. Es ist bereits nach 00:00 Uhr und somit muss die zweite Zugabe auf die nächste Tour verschoben werden. Diese wird voraussichtlich im Frühjahr 2015 stattfinden.

Wer behauptet, Rock’n’Roll ist tot, irrt sich gewaltig. Als Beweis dienen diese vier Schweden, die seit nun mehr fast zwanzig Jahren vor Energie, Authentizität und Leidenschaft strotzen. „I sold my soul to rock’n’roll…“

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