Dave Grohl war jedermanns Liebling und galt als der netteste Kerl im Rock’n’Roll. Bis der Foo Fighters-Chef offenbarte, dass er bei einem Seitensprung eine andere Frau geschwängert hat und erneut Vater wird. Über diesen Themenkomplex hat der einstige Nirvana-Schlagzeuger nun in einem Interview mit der britschen Zeitung The Guardian geplaudert. Demnach hat der 57-Jährige laut eigenen Angaben bislang mehr als 430 Therapiesitzungen absolviert.
Sucht nach Erfolgen
Im Gespräch mit Journalist Ben-Beaumont Thomas berichtete Dave Grohl, dass er „sechs Tage pro Wochen für 70 Wochen in Therapie war“: „Ich habe das neulich ausgerechnet: Das waren über 430 Sitzungen.“ Allerdings war seine folgenschwere Affäre nicht der einzige Grund für die Therapie: „Es gab so viele Dinge, die mich zu dieser Therapie geführt haben.“ Weiter sinniert der Musiker: „Lieder und Texte über diese Dinge zu schreiben, ist manchmal genug. Wenn es um eine tiefere oder längere Konversation darüber geht, behalte ich immer noch viel hiervon für mein Privatleben zurück. Aber ich bin aus vielen Gründen an einem Punkt angelangt, wo ich aufhören und mich neu bewerten musste. Das ist ein laufender Prozess.“
Weiter hat Dave Grohl in seinen Therapiesitzungen herausgefunden, dass von seinen Verpflichtungen und Bestrebungen gefühlsmäßig in verschiedene Richtung gezogen wurde, ohne einen inneren Anker zu haben. „Es gab Jahre, in denen ich so übertrieben ambitioniert bei den Sachen war — sei es eine Dokumentarserie auf HBO oder ein Buch zu schreiben. Wenn man im vorstädtischen Virginia mit einer Mutter aufwächst, die Lehrerin an einer öffentlichen Schule ist, packt man jede Gelegenheit, die man kriegt, beim Schopf.
Überfordert und verloren
Doch mit der Zeit verzettelt man sich. Wenn ich zurückblicke, frage ich mich: Was wollte ich da beweisen? Es gibt so etwas wie Sucht nach Erfolg — und das ist gefährlich. Man setzt sich ein Ziel und gibt alles dafür — die Welt verschwindet nebenbei. Dann kommt man ins Ziel, und es fühlt sich 24 Stunden lang gut an. Danach ist das Gefühl aber sofort weg und wieder dieses Loch, diese Leere da, bei der man sich denkt: ‚Mist, ich muss es wieder mit irgendwas füllen.‘“
Auf die Frage danach, warum genau er denn nun untreu war, erwidert Dave Grohl: „Ich denke, dadurch bin ich überfordert gewesen und habe mich verirrt. Ich war nicht bei mir und habe nicht wirklich die Emotionen von meinem Kopf in mein Herz wandern lassen. So bin ich an den Punkt gekommen, an dem ich sagen musste: Stop, ich muss alles ausschalten und mein Herz finden.“ Unter anderem musste der Rocker ausblenden, was andere Leute über ihn denken könnten — für ihn war das „eine sehr gesunde Übung“.
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