Toggle menu

Metal Hammer

Search

Dokken: 30 Jahre DYSFUNCTIONAL 

von
teilen
mailen
teilen

Als Dokken 1995 ihr fünftes Album namens DYSFUNCTIONAL veröffentlichten, hätten sie den Titel nicht besser wählen können. Das Werk war ihre erste Veröffentlichung nach der Trennung 1993, was jedoch keineswegs bedeutet, dass die Stimmung innerhalb der Gruppe gut war. Wir blicken anlässlich des 30. Jubiläums von DYSFUNCTIONAL zurück.

Dokken finden sich wieder zusammen

Eigentlich sollte Dokkens Trennung 1989 endgültig sein. Sänger Don Dokken arbeitete Anfang der Neunziger fleißig an einem Soloalbum, als plötzlich ein verlockendes Angebot aus Japan kam. Der japanische Markt wünschte sich, dass die Glam-Metaller sich zusammenreißen, alte Streitigkeiten beiseitewischen und das kommende Album gemeinsam veröffentlichen. So kam es, dass bereits im Dezember 1994 das Album DOKKEN in Japan veröffentlicht wurde, was später, im Mai des darauffolgenden Jahres, als DYSFUNCTIONAL den westlichen Markt erreichte. In einem Interview von Gitarrist George Lynch mit Guitar International erzählt er: „Der Großteil des Albums war bereits fertig, als ich dazustieß. Wenn man es genau nimmt, war alles außer den Gitarrenstimmen schon erledigt. All unsere Manager und meine Band-Kollegen haben mir ständig Horrorgeschichten darüber erzählt, mit wem sie mich ersetzen würden, wenn ich nicht zurückkommen würde.“

Die Wiedervereinigung war demnach keineswegs von sentimentalen Gefühlen initiiert worden, sondern rein kommerziell. Wer bei der Produktion die Hosen anhatte, stellt Frontmann Don Dokken unmissverständlich klar. „DYSFUNCTIONAL war ein großartiges Album. Lynch und Pilson hatten damit nichts zu tun. Ich habe es völlig alleine geschrieben. Der Rest ist in letzter Minute wieder zu Dokken gestoßen. Ich habe das Werk quasi geschrieben und produziert.“

Die Taktik funktionierte – vorübergehend

Laut eigenen Angaben verkaufte sich DYSFUNCTIONAL immerhin 400.000 Mal. Diese Zahlen sind dafür, dass der Höhepunkt ihrer Karriere bereits einige Jahre zurücklag, zufriedenstellend hoch. Die Single-Auskopplung ‘Too High To Fly’, die Dokken heute liebvoll als ihren „Stoner-Song“ bezeichnen, wird noch immer gerne live gespielt und etablierte sich zu einem festen Bestandteil vieler Konzerte. Heute sieht Don Dokken das Drama rund um 1995 mit ein wenig Abstand. Er sagte: „Ich fühle mich schuldig, dass ich George zurück in die Band geholt habe, um DYSFUNCTIONAL zu machen. Mir ging es schlecht, ihm ging es schlecht, und er hat dafür gesorgt, dass es uns allen schlechtging. Wir waren einfach eine sehr unglückliche Band.“ 

Keine Versöhnung in Sichtweite

Dies scheint sich bis heute nicht geändert zu haben. Zwischen Don Dokken und George Lynch liegen wohl einfach zu viele Gerichtsverhandlungen rund um Namens- und Liederrechte. 2010 schrieb Lynch auf seiner Website: „Wir glauben, dass es wichtig ist, die Leute wissen zu lassen, dass es in absehbarer Zeit, wenn überhaupt, kein Wiedersehen mit Dokken geben wird.“ Die Schuld hierfür gibt er allein dem Frontmann seiner alten Band. „Dies ist Dons Entscheidung, trotz Jeffs und meiner besten Absichten und Bemühungen in den letzten Jahren. Dies taten wir auch mit besten Gewissen. Ich entschuldige mich bei VH1, Eddie Trunk, Steve Strange und allen Fans, die an eine Wiedervereinigung geglaubt hatten.“ Da Lynchs Name auf HEAVEN COMES DOWN (2023), der letzten Dokken-Platte, fehlt, scheint dies noch immer der aktuelle Stand zu sein.


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Nuria Hochkirchen schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

Keine METAL HAMMER-Ausgabe verpassen und dabei sparen: 3 Hefte zum Sonderpreis im Spezial-Abo für nur 9,95 € – dieses und weitere attraktive Abo-Angebote jetzt sichern unter metal-hammer.de/abo!

teilen
mailen
teilen
John Bonham (Led Zeppelin): Heute wäre er 78 Jahre alt

Es gibt Rock-Bands, die wichtig waren. Es gibt Rock-Bands, die groß waren. Diese Beschreibung würde Led Zeppelin nicht gerecht werden: Die Briten gossen das Fundament der modernen Rock-Musik neu und lieferten mit ihren Liedern Blaupausen für kommende Künstler. All ihre Alben sind Meilensteine, ihr Einfluss ist unermesslich. Doch all diese Monumente hätten ohne John Henry "Bonzo" Bonham niemals so gewaltig geklungen. Sein Schlagzeugspiel war kein Begleitwerk, sondern ein Erdbeben. Ein integraler Bestandteil des Zeppelin‑Mythos. Am 31. Mai 2026 hätte Bonham seinen 78. Geburtstag gefeiert. Doch er starb bereits 1980 mit nur 32 Jahren - und hinterließ in dieser kurzen Zeit…
Weiterlesen
Zur Startseite