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Elbriot 2016: So war der Samstag mit Slayer, Mastodon und Carcass

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Der Samstag am Elbriot beginnt mit den Hardcore-Mannen von Nasty, die neben Asking Alexandria die jüngste Band-Besatzung des ganzen Festivals auf die Bühne schickt. Leider hat die Band zu Beginn noch mit Soundproblemen zu kämpfen, die sich aber zum Ende hin legen. Die Menge des sich füllenden Hamburger Großmarktgeländes dankt es!

Fear Factory

Es folgen die Groove- und Industrial Metal-Veteranen von Fear Factory, die auch schon 2013 bei der ersten Ausgabe des Elbriot auf den Brettern standen. Die Band, die seitdem mit GENEXUS ein starkes Spätwerk nachgelegt hat, bietet live das gewohnte Bild: Sound, Gitarren und Shouts drücken wie ein Uhrwerk aus den Boxen und die Hits ‘Demanufacture’ oder ‘H-K (Hunter-Killer)’ knallen gnadenlos. Das Problem bleibt aber der unfassbar schiefe Cleangesang von Sänger Burton C. Bell, der aus unbekannten Gründen live konsequent auf die Effektketten der Studio-Aufnahmen verzichtet, die aus seiner Stimme ein Markenzeichen machen. So sind und bleiben Fear Factory live ein zweischneidiges Schwert!

At The Gates

Weiter geht es mit dem ultimativen Melodic Death Metal-Abriss: At The Gates spielen heute die letzte Show für ihr aktuelles Album AT WAR WITH REALITY, dem die Band seit dem Release 2014 mehr als 120 Shows widmete. Entsprechend spielfreudig und präzise zeigen sich die Mannen aus Göteborg, die mit ihrem Sound auf SLAUGHTER OF THE SOUL eine ganze Generation an Musikern beeinflussten. In der abwechslungsreichen Setlist finden sich alte und neue Hits perfekt zusammen, die bei strahlendem Sonnenschein, der Hamburger Sommer zeigt sich an diesem Wochenende von seiner festivaltauglichsten Seite, dargeboten werden. Der Sound ist glasklar, die Band bestens aufgelegt und das Gelände bereits sehr gut gefüllt. Es wird einmal mehr deutlich, warum At The Gates eine der wichtigsten Bands ihres Genres ist. Das ist einfach nur stark!

Paradise Lost

Mindestens genauso stark, wenngleich deutlich melancholischer und zurückgenommener präsentieren sich die Gothic-Metaller Paradise Lost, die die Bühne von den Schweden übernehmen. Als ob auch der Wettergott die Schwermut der Band verspürt, zieht sich der Himmel just in dem Moment zu, als die Briten ihr Set mit ‘No Hope In Sight’ eröffnen. So bieten graue Wolken einen passenden Hintergrund zu den schweren, vor Melancholie triefenden Kompositionen, bei denen vor allem das aktuelle Machtwerk THE PLAGUE WITHIN im Vordergrund steht. Aber auch DRACONIAN TIMES, IN REQUIEM oder GOTHIC kommen nicht zu kurz. Es erklärt sich von selbst, dass die Band in einem so gemischten Lineup wie bei dem Elbriot nicht gerade den Stimmungsgaranten darstellt – das allerdings erwartet das Publikum auch nicht, das zu ‘The Enemy’ oder ‘Flesh From Bone’ in der musikalischen Depression schwelgt. Ein schöner Kontrapunkt zum Abriss, der heute fast durchgehend gelieft wird. Einziger Wermutstropfen: Die Hits von SYMBOL OF LIFE fehlen.

Asking Alexandria

Danach betreten die jungen wilden von Asking Alexandria mit deutlicher Vespätung die Bühne, die sie dummerweise auch konsequent in die Umbaupause nach ihrer Show tragen werden. Ohne Gitarrist Ben Bruce (der kurzfristig durch einen Tour-Gitarristen ersetzt wurde) ist die Band mit einem Anheizer weniger auf der Bühne – und obwohl der junge Denys Schaforostow, der das Mikro nach der Trennung von Danny Worsnop übernahm, wirklich alles aus sich herausholt, wirken die Briten mit ihrem modernen (und mittlerweile ziemlich austauschbaren) Metalcore zwischen Carcass, Paradise Lost, Mastodon und Slayer doch ziemlich verloren. Zwar hat man effektvolle CO2-Werfer mitgebracht und versucht die im Vergleich zu anderen Asking-Shows doch recht verhaltene Publikumsreaktion wegzuspielen, das gelingt allerdings nur teilweise.

Carcass

Und dann schaffen Carcass das (fast) Unmögliche: Obwohl sie mit 10 Minuten weniger Umbauzeit auskommen müssen, starten sie ihre Show punktgenau und liefern mit ihrer Mischung aus Hits der frühen Grind- und mittleren Melodic Death Metal-Phase den ultimativen Abriss am Nachmittag. Mit dem hervorragenden Sound der Elbriot-Bühne (hier stimmt wirklich alles, großes Kompliment an Technik und alle Live-Mischer) werden aus den Songs der Death-Altmeister brutale, rasiermesserscharfe Sägeblätter, die gnadenlos ins Infield abgefeuert werden. Frontmann Jeff Walker hält angesichts des etwas überfordert wirkenden Publikums fest „Riot? There is a bigger riot in my pants right now! I wanna see your fuckers rage”, das dieser Anfeuerung auch enstprechend nachkommt. Wer diese Zerstörung (und das hervorragend deplatzierte, blaue Hippie-Batik-Hemd von Gitarrist Ben Ash) nicht in all seinen Facetten würdigt, der hat Death Metal einfach nicht verdient!

Mastodon

Ein Jahr nach ihrer Absage beim Elbriot 2015 stehen dann endlich die US-Prog-Sludger Mastodon auf der Bühne und liefern die drückende Brücke zu Slayer. Die Band liefert kompromisslos ab – natürlich ist Sound, wie schon den ganzen Tag über, hervorragend. Egal ob ‘Tread Lighly’, ‘The Motherload’ oder ‘The Wolf Is Loose’, die Amis knallen routiniert einen Hit nach dem anderen in die Menge. Dabei bemerkenswert: Anders als noch am Freitag verzichten die Headliner auf Pyrotechnik. Stattdessen regiert die musikalische Darbietung, die bei Mastodon natürlich nicht präziser sein könnte. Eine hervorragende Show, einer außergewöhnlichen Band. ONCE MORE ’ROUND THE SUN, das mit seinem Artwork nach wie vor das Backdrop dominiert, ist bereits 2 Jahre alt. Wir sind auf neues Material gespannt!

Slayer

Zum Abschluss des diesjährigen Elbriot gibt es dann ebenfalls eine Rückkehr: Mit Slayer kehrt der Headliner der ersten Ausgabe nach Hamburg zurück und reißen als Headliner endgültig ein, was Carcass und Mastodon zuvor übrig gelassen haben. Mit einem unfassbaren Hit-Feuerwerk (‘Repentless’, ‘Hate Worldwide’, ‘War Ensemble’, ‘Fight Till Death’, ‘Dead Skin Mask’ und natürlich den obligatorischen ‘Seasons In The Abyss’, ‘Raining Blood’ und dem abschließenden ‘Angel Of Death’) machen Slayer klar, wer hier nach über 30 Jahren immer noch das Sagen im Thrash Metal-Ring hat. Ohne Feuer, ohne Firlefanz, dafür aber mit den Gedanken immer beim verstorbenen Jeff Hanneman (Gary Holt spielt teilweise sogar eine Gitarre mit Hannemann-Gedenkaufdruck) spornt die Band das picke-packe volle Infield zu sportlichen Höchstleistungen an. Egal ob jugendlicher Cap- oder gesetzter Kuttenträger: Wer hier nicht steilgeht, der hat wohl schlicht nicht verstanden, welch Metal-Essenz Kerry King und Co. auf der Bühne abliefern. Die Band zeigt sich in erfreulich guter Spiellaune und der abermals exzellente Sound sorgt für ein Slayer-Erlebnis der Extraklasse, bevor zur Aftershowparty-freundlichen Uhrzeit Schluss ist. Zwei Tage Elbriot in Hamburg? Bitte mehr davon! Wir sehen uns 2017!

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