Kaum war das Video zu der ersten Exodus-Single ‘3111’ vom Album GOLIATH auf YouTube veröffentlicht, wurde es auch schon wieder heruntergenommen. Der Grund: Gewalt. Exodus-Gitarrist Gary Holt erklärt im Interview mit Full Metal Jackie, wie es dazu kommen konnte und was die Lösung der Band war.
Grausame Bilder
In dem Video zu ‘3111’ geht es um die Drogenmorde in Juarez. Die unzensierte Version des Videos zeigt echte und blutige Aufnahmen von abgetrennten Köpfen und sonstigen Gliedmaßen, Mordopfer der Kartelle und die Auswirkungen einiger Drogen auf Abhängige.
Das Thema und die Lyrics stammen von Holt und Sänger Rob Dukes, die gemeinsam an dem Lied arbeiteten. Der Gitarrist erzählt: „Wir als Exodus suchen immer nach abgedrehten Themen, über die wir schreiben können. Es war Robs Idee, und Lee (Altus, Gitarrist – Anm.d.Red.) schrieb die Musik. Ich war an den Lyrics beteiligt.
Jetzt erst recht
Ich habe viel recherchiert, und Rob und ich haben es zu einem tollen Song zusammengebaut. Es war klar, dass das die Leadsingle wird. Das Video auf YouTube hochzuladen, war eine ganz andere Geschichte. Wenn man in Betracht zieht, dass der Großteil des Materials von Google und YouTube kommt, ergibt das aber eigentlich keinen Sinn“, wundert sich Holt.
Wegen der Upload-Probleme des Videos musste sich die Band etwas Neues überlegen: „Da uns YouTube die erste fertige Version verboten hatten, haben wir entschieden, eine Version zu machen, die wirklich jeden Grund hat, verboten zu werden. Das Video ist übel und ekelhaft“, meint der Musiker.
Mit Vorwarnung
Ganz ohne gewarnt zu werden veröffentlichte die Band das Video jedoch nicht, wie Holt gesteht: „Unser Regisseur Jim Louveau sagte von Anfang an, dass es von YouTube wahrscheinlich gekennzeichnet würde. Aber das meiste Material kam von YouTube. Ich verstehe nicht, warum es für sie okay ist, so etwas zu zeigen, aber für uns nicht. Das ergibt keinen Sinn.
YouTube hat das Video immer und immer wieder gemeldet, bis zu dem Punkt, an dem sie uns damit gedroht haben, uns den Kanal zu löschen. Das wollten wir natürlich nicht, weswegen wir eine bearbeitete Version hochluden. Die Originalversion war auf einem X-Konto, aber das haben sie heruntergenommen. Die Version war eigentlich nicht so schlimm. Deswegen entschieden wir, ein wirklich übles Video zu schneiden. Wir haben ein paar grauenhafte Fotos gefunden“, erklärt der Gitarrist.
Um das Video veröffentlichen zu können, haben Exodus eigens eine neue Website erstellt, anstatt sich auf YouTube verlassen zu müssen. Das Video ist keine leichte Kost, kann aber unter exodus3111.com angesehen werden.
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