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Exklusives Metallica-Album nur in METAL HAMMER 08/2021

Festival-Bericht: Sonisphere in Tschechien

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Wer die Bilder uns Videos der Schweizer Version des Sonisphere Festivals gesehen hat weiß, wie wichtig gutes Wetter ist (hier die Augenzeugen-Berichte). Doch der Wetterbericht verhieß auch vor dem Sonisphere-Festival in Milovice (bei Prag) nichts gutes: Regen und luftige 15 Grad. Doch wann sieht man die vier Legenden Metallica, Anthrax, Megadeth, Slayer schon an einem Tag? Also ab dafür.

Spaß bereitet dann schon die Anfahrt: Neben im Nichts endenden Autobahnen, begeistert vor allem der rund zehn Kilometer lange Stau vor dem Areal. Kaum Schilder und ortsunkundige Securities. Die schon um 15h spielenden Volbeat werden entsprechend von vielen Fans verpasst. Dafür hält das Wetter – die Sonne scheint sogar.

Mit Belladonna an Bord stürmen Anthrax die Bühne und zaubern den ersten großen Moshpit des Tages auf den Platz. Songs wie ‘Indians’, ‘Only’ oder ‘I Am The Law’ lassen die Bierbecher (0,5 L für 2€) wackeln. Richtig groß wird der Gig allerdings mit der Verbeugung vor Ronnie James Dio. Für einige Minuten spielen die Jungs ‘Heaven And Hell’ und alle Anwesenden stimmen mit ein. Toll.

Haben Anthrax noch mit einem fetten Sound verwöhnt, ändert sich das Bild (bzw. der Ton) bei Megadeth schlagartig. Nicht nur, dass Dave unglaublich unmotiviert in sein Mikro nuschelt, die Bühnenpräsenz der Band ist gleich Null. Ein Sound wie aus dem Keller. Die Fans quittieren diesen Beginn mit purer Ignoranz. Erst beim aktuellen ‘Headcrusher’ kommt Bewegung in die Meute und so langsam findet auch Mustaine in die Spur. ‘In My Darkest Hour’ oder ‘A Tout Le Mond’ entschädigen für den mageren Beginn. Mit ‘Symphony Of Destruction’ und ‘Peace Sells’ beenden Megadeth nach einer Stunde ihr Set.

Durch einen Tausch in der Running Order legen im Anschluss Alice In Chains los. Warum die Grunger überhaupt die Big Four sprengen dürfen, bleibt ein Geheimnis. Auch das Publikum tut sich schwer mit Songs wie ‘Check My Brain’, ‘We Die Young’ oder dem genialen ‘Man In The Box’. Zwar ist der Sound fett und William DuVall in Bestform, doch die tschechischen Kuttenmetaller haben eben Thrash im Sinn.

Sie marschieren also zu den Futterständen – pro Bühnenseite gibt es unglaubliche drei Stände! So dauert es schon mal eine Stunde, um etwas Festes in die Hand zu bekommen.

Nachdem in den letzten Monaten diverse Slayer-Gigs ins Wasser fielen, sind die Besucher froh, als die Thrasher mit ‘World Painted Blood’ dann doch ihr Set beginnen. Leider scheint der Sound-Mensch immer noch Pause zu haben, denn so zahnlos hörten sich Slayer lange nicht mehr ab. Kein Bumms, keine Wucht! Gefeiert wird trotzdem – vor allem zu Klassikern wie ‘Seasons In The Abyss’, ‘Hell Awaits’ oder ‘Raining Blood’. Sänger Tom Araya bedankt sich wie immer ungemein freundlich.

Während des anschließenden Wartens bleibt Zeit, dem Wettergott zu danken, denn so wie das Sonisphere Festival angelegt ist, hätte der vorhergesagte Regen zu echtem Chaos geführt. Nur ein einziger Eingang (mit fünf Schleusen) ist für ein Festival dieser Größe viel zu wenig.

Nach rund einer Stunde ist es dann soweit – nachdem die Fans langsam unruhig werden und die angekündigte Stagetime 15 Minuten lang ignoriert wird, ertönt Ennio Morricone; das Intro-Video verursacht eine erste Gänsehaut. Mit ‘Creeping Death’ beginnt ein Metallica-Best-Of-Set, das fast schon galaktisch aus den Boxen knallt. ‘For Whom The Bell Tolls’, ‘Fade To Black’ oder ‘Sad But True’ erhalten den besten Sound des Tages, Hetfield bedankt sich bei den Fans und dass sie es möglich gemacht haben, die Big Four auf eine Bühne zu bekommen. Dafür setzt es mit ‘Welcome Home (Sanatarium)’, ‘Battery’ und ‘One’ das nächste Hitfeuerwerk. Einzig Lars Ulrich fällt ein wenig ab. Nicht gerade für sein perfektes Timing bekannt, macht er auch heute nicht die beste Figur. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau, denn selbst die aktuellen Brecher Marke ‘That Was Just Your Life’ oder ‘Cyanide’ werden gefeiert. Tschechien tanzt und gibt beim abschließenden ‘Seek And Destroy’ nochmal alles.

Bleibt eigentlich nur zu klären, wer eigentlich die Big Four sind – vier Bands oder die vier Mitglieder von Metallica, denn auch wenn Anthrax und Slayer gute Shows ablieferten, wird sich einzig der großartige Metallica-Gig im Hirn festsetzen.

Enrico Ahlig

Metallica Setlist:

01. Creeping Death
02. For Whom The Bell Tolls
03. Disposable Heroes
04. Harvester Of Sorrow
05. Fade To Black
06. That Was Just Your Life
07. Cyanide
08. Sad But True
09. Welcome Home (Sanitarium)
10. My Apocalypse
11. One
12. Master Of Puppets
13. Battery
14. Nothing Else Matters
15. Enter Sandman
– – – –
16. Helpless (Diamond Head cover)
17. Motorbreath
18. Seek & Destroy
 

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