Toggle menu

Metal Hammer

Search

Gene Simmons: Chuck D kontert Hall Of Fame-Kommentar

von
teilen
mailen
teilen

Kiss-Zunge Gene Simmons hat kürzlich — in bester „Alter-weißer-Mann-Manier“ — sein Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass bereits diverse Rap- und Hip-Hop-Künstler in die Rock & Roll Hall Of Fame aufgenommen wurden, aber beispielsweise Heavy Metal-Ikonen wie Iron Maiden nicht. Des Weiteren versteht er diese urbanen Musikstile nicht. Im Zuge dessen brachte der 76-Jährige dafür die Argumentation vor, dass er schließlich nicht aus dem „Ghetto“ stamme.

Denn ich rolle mit mei’m Besten

Chuck D von Public Enemy konnte daraufhin offenbar nicht anders und sah sich zu einer Replik ermutigt. „Gene Simmons sagt das sowieso alle drei Jahre. Wenn also die nächsten Hip-Hip-Acts reinkommen, wird er seinen Punkt als Rock-Gott vorbringen. Was er jedoch nicht erkennt, ist, dass es die Rock & Roll Hall Of Fame [mit Betonung auf Roll — Anm.d.A.] ist. Und alles, was nicht Rock ist […], ist der Roll — also auch Soul-Musik, Reggae und Hip-Hop. Hip-Hop ist eine Kultur, die Bilder, Klänge, Geschichten und Stil verkörpert. Aber die Musik und der Gesang über der Musik, das ist der Roll, das ist der Flow und die Seele darin. Kiss sind Rock-Götter, doch sie haben nicht viel Roll an sich.“

Alsdann spekulierte Chuck D noch, dass Gene Simmons seine verknöcherte Sichtweise wahrscheinlich „für den Rest seines Lebens“ beibehalten wird. „Er hat ein Anrecht auf seine Meinung und er hat sich so lange mit Musik befasst, dass seine Meinung wahrscheinlich bleiben wird.“ 

Zuletzt hatte Gene Simmons seine „Ghetto“-Wortwahl noch einmal gerechtfertigt. „Ghetto ist ein jüdischer Begriff. Wie könnte das rassistisch sein, wenn Rock schwarze Musik ist? Erstens bewundere und respektiere ich Hip-Hop. Zweitens ist es nicht Rock’n’Roll.. Und drittens: Wann werden Led Zeppelin und AC/DC in die Hip-Hop Hall Of Fame aufgenommen?“ Bezüglich dessen pflichtet Chuck D Simmons sogar bei, denn „Ghetto“ sei ein „europäischer Begriff“ für „einen Verbund an Menschen, die alle mehr oder weniger vom selben Volksstamm abstammen oder aus derselben Gegend kommen“.

Nichtsdestotrotz empfiehlt Chuck D: „Wir müssen die Narrative im Auge behalten. Und wir müssen einfach verstehen, dass Leute bei ihren Ansichten bleiben werden, bis sie sterben. Also brauchen wir nicht zu versuchen, sie zu verändern. Lasst uns einfach versuchen, möglichst nah an den Fakten zu bleiben.“


Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Lothar Gerber schreibt freiberuflich unter anderem für METAL HAMMER. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.

teilen
mailen
teilen
Gene Simmons: Peter Criss war nicht an ‘Beth’ beteiligt

Gene Simmons ist nicht gerade dafür bekannt, sein Umfeld mit seinen Meinungen zu verschonen. Auch im Interview mit Professor Of Rock, nimmt der Kiss-Bassist kein Blatt vor den Mund. Er behauptet, Peter Criss (der ehemalige Schlagzeuger der Schminke-Rocker) sei nicht am Schreibprozess der Ballade ‘Beth’ beteiligt gewesen sein, obwohl sein Name in den Credits steht. Zeit, für die Wahrheit Simmons meint: "Okay, Kinder. Ihr seid nun alle erwachsen, deswegen ist es an der Zeit, für die Wahrheit. Fakt ist: Ich liebe Peter. Wir alle tun das. Familien sind komplex. Ich kenne keine Familie, die nicht streitet, sauer wird, manchmal Jahrzehnte nicht…
Weiterlesen
Zur Startseite